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Gerechter Handel ist Solidarität

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Von: Katja Schuricht

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Claudia Kaczynski,, Bürgermeisterin Antje Runge, Sabine Palinkas und Jens Gessner (von links) werben für die Jubiläumsfeier „Zehn Jahre Fair Trade Town“.
Claudia Kaczynski,, Bürgermeisterin Antje Runge, Sabine Palinkas und Jens Gessner (von links) werben für die Jubiläumsfeier „Zehn Jahre Fair Trade Town“. © Schuricht

Die Stadt Oberursel feiert zehn Jahre mit dem Zertifikat „Fair Trade Town“. Oberursel war die erste Kommune im Hochtaunuskreis, die auf fairen Handel wert legte.

In Sachen fairer Handel ist Oberursel als eine der ersten „Fair Trade Towns“ in der Region und als erste im Hochtaunuskreis Vorbild: „Wir sind seit zehn Jahren Fair-Trade-Stadt und wurden 2012 als 96. Stadt in Deutschland ausgezeichnet. Heute sind es deutschlandweit über 700 Städte, die sich für den fairen Handel einsetzen“, erklärt Claudia Kaczynski.

„Fair Trade Town“ ist eine internationale Bewegung für mehr Gerechtigkeit im Welthandel. Das Zertifikat wird von der FairTrade-Zertifizierungsstelle alle zwei Jahre vergeben. Kaczynski ist Vorstandsmitglied des Gewerbevereins Fokus O. und Mitglied der Steuerungsgruppe „Fair Trade Town“ , die sich vor zehn Jahren im Zertifizierungsprozess gebildet hat. Jetzt haben Claudia Kaczynski, Sabine Palinkas und Jens Gessner von der Steuerungsgruppe mit Bürgermeisterin Antje Runge (SPD) das Programm vorgestellt, mit dem das Jubiläum „Zehn Jahre Fair Trade Town“ gefeiert wird. Eingebettet ist die Geburtstagsfeier in das Herbsttreiben des Gewerbevereins Fokus O. am Samstag, 17. September.

Denn auch Fokus O. engagiert sich seit vielen Jahren für den Fair-Trade-Gedanken. Die Besucher erwartet auf der FairTrade-Bühne auf dem Rathausplatz von 11 bis 16 Uhr ein abwechslungsreiches Programm, das musikalisch von der Band „Evas Apfel“ begleitet wird. Die Moderation übernimmt Annelie Eichhorn-Adler.

Los geht der Tag um 11 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst. Um 11.50 Uhr schließt sich die offizielle Eröffnung und eine Gesprächsrunde mit der Bürgermeisterin an. Um 12.15 Uhr erfolgt die Rezertifizierung durch einen Vertreter von „Fair Trade Deutschland“. Die FairTrade-Projekte in Oberursel stehen von 14.15 Uhr an im Mittelpunkt. Um 15 Uhr startet die Aktion „ökologischer Fußabdruck“, bei dem die Besucher ihren eigenen CO2-Verbrauch berechnen können.

Zum Zehnjährigen, informiert Runge, wolle man auch das Engagement im Austausch mit anderen Kommunen vertiefen. Deshalb ist Oberursel kürzlich dem Verein RheinMainFair beigetreten. „Erfahrungen teilen und von anderen lernen“, so Runge. Auch die Zivilgesellschaft und der Handel seien dabei immer mit im Boot. „Teilhaben und mitmachen, nur so können wir gemeinsam dieses wichtige Thema leben“, erklärt Runge: „Fairer Handel hat mit Gerechtigkeit und Solidarität zu tun, ist zudem eng verknüpft mit einem nachhaltigen Wirtschaftssystem und Klimaschutz.“

Ein Stadtplan für mehr Nachhaltigkeit

Mitmachen ist für Runge auch das Stichwort, wenn es darum geht, das neue Fairtrade-Projekt „Wandelkarte“ vorzustellen, das zum Zehnjährigen auf den Weg gebracht wird. Dahinter verbirgt sich eine Art Nachhaltigkeits-Stadtplan für Oberursel, auf dem vermerkt werden soll, wo es faire, regionale und nachhaltige Produkte und Gastronomie gibt, aber auch Treffpunkte zum Tauschen und Reparieren. Startschuss für die Wandelkarte ist ebenfalls am 17. September. Jeder Bürger kann sich an der Erstellung der Karte beteiligen. Der Eintrag wird auch online möglich sein. „Ziel des fairen Handels insgesamt ist, einen Ausgleich zu schaffen zwischen den Industrieländern und dem globalen Süden“, fasst Runge zusammen. „Zusammenwirken und globale Zusammenhänge schaffen sei wichtig. „Fairer Handel hilft, die Armut nachhaltig zu beseitigen“, sagt Runge. „Immer mehr Menschen fragen nach der Herkunft der Waren, die sie kaufen. Und wir als Kommune müssen uns dabei unserer Vorbildfunktion bewusst sein“, stellt sie klar. „Mit öffentlichen Mitteln darf etwa keine Kinderarbeit unterstützt werden“, nennt sie ein Beispiel. „Bei allen unseren Aktivitäten müssen wir uns aktiv für eine fairen Ausgleich in der einen Welt einsetzen“, so Runge weiter.

Ein Bekenntnis zu Fair Trade sei auch, dass in der Stadtverwaltung mittlerweile nur noch Kaffee aus fairem Handel getrunken werde. Aber auch auf Bildung strahlt Fair Trade aus. So gibt es mit der Feldbergschule und der IGS Stierstadt zwei Fair-Trade-Schulen und mit der Kita „Pfützenracker“ eine Fair-Trade-Kita.

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