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„Gemeinschaftlich kriegen wir das hin“

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Antje Runge priedemuth
Antje Runge priedemuth © jp

Bürgermeisterin Antje Runge zieht Bilanz nach ihrem krisengeprägten ersten Jahr im Amt

Oberursel - Viel und vielseitig“ beschreibt Bürgermeisterin Antje Runge (SPD) ihr Amt, wenn sie „uff der Gass’“ gefragt wird. Mittlerweile ist die 52-Jährige seit einem Jahr Rathauschefin. „Die Zeit rast“, sagt sie, zieht Bilanz und blickt nach vorne. Und dieser Blick ist den Rahmenbedingungen zum Trotz ein positiver: „Die aktuellen Herausforderungen können wir nur gemeinsam meistern, und ich bin optimistisch, dass wir in Oberursel weiter zusammenrücken“, sagt Runge, die die erste Oberurseler Bürgermeisterin überhaupt ist. Und von Anfang an auch Krisenmanagerin: Als sie anfing, nahm die vierte Corona-Welle gerade Fahrt auf. Als eine der ersten Amtshandlungen habe sie den Weihnachtsmarkt absagen müssen, erinnert sie sich. Und jetzt sei mit den Energiekosten schon die nächste Krise da.

Trotzdem sei sie „gut angekommen im Rathaus“, wo sie eine „Riesenoffenheit und Begeisterung für Neues“ erfahre. Vieles sei bereits „in der Umsetzung, um Veränderungen anzustoßen“ - vor allem bei den für sie vordringlichen Themen: „Transparenz und Beteiligung, Wirtschaft und starke Finanzen, Nachhaltigkeit, Stadtentwicklung und sozialer Zusammenhalt“, zählt sie auf. „Nur durch eine offene Kommunikation werden Entscheidungsprozesse nachvollziehbar.“ So seien unter Beteiligung von Bürgern, Initiativen, Vereinen und Fachleuten diverse Projekte angegangen worden, etwa zur Klimaanpassung oder Platzgestaltung in der Innenstadt. Zu Beginn ihrer Amtszeit hat sie zudem einen Digitalrat gegründet. Teilhabe seien auch ihre Sprechstunden, für die sie auch gerne das Rathaus verlässt. Für Wirtschaft und Finanzen gelte es, zukunftsträchtige Unternehmen anzusiedeln. Der Stadt geht es finanziell schlecht. „Es ist aber schwierig, wenn man bei den freiwilligen Leistungen sparen will. Wir müssen die Einnahmenseite anschauen“, plädiert Runge, die sich über den sogenannten Letter of Intent mit dem Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) freut. Ziel: dessen Ansiedlung. Die Stadt verspreche sich davon eine Sogwirkung.

Auf der anderen Seite sei nun wichtig, die Innenstadt weiterzuentwickeln: „Für die Geschäfte ist es jetzt schwierig, und jetzt haben wir die halbe Million Euro Fördergeld aus ,Zukunft Innenstadt‘ vom Land. Die Belebung der Plätze muss in Schwung kommen - die Menschen brauchen Gründe, wieder vor Ort statt online einzukaufen“, befindet Runge. „Ich hoffe, dass wir im November den Beschluss im Parlament hinbekommen.“

Bei der Nachhaltigkeit setzt sie sich für den Ausbau der Photovoltaik ein. Tun müsse sich trotz des hohen Defizits etwas, betont die Bürgermeisterin, die einen Eimer Schutt zeigt. „Das Rathaus ist marode. Die Fenster halten nicht mehr, die Fassade bröckelt. So viel Schutt kommt in einer Woche nur vor meinem Fenster runter. Und jedem, der sagt, dass das Rathaus noch gut aussieht, zeige ich diesen Eimer.“ Sanierung oder Neubau ist immer noch die Frage. Im Parlament hat die schwarz-grüne Kooperation das Sagen. Das sei schon eine „Herausforderung“, sagt Runge. „Aber wenn es allen um die Sache geht, dann kriegen wir das gemeinschaftlich hin.“ mrm

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