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Geld für ein neues Pferdeskelett

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Von: Torsten Weigelt

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Die Hochtaunusschule ist nun „Selbständige Berufliche Schule“. Das bedeutet mehr finanzielle Freiheit. Und die Lehrer sollen von Verwaltungsarbeit entlastet werden.

Zum Beispiel ein neues Pferdeskelett. 7000 Euro kostet das Anschauungsobjekt aus Plastik mit den herausnehmbaren Organen, das den rund 130 Auszubildenden zum Pferdewirt die Anatomie der Tiere begreifbar machen soll. „Das hätten wir uns vorher nicht leisten können“, sagt der Direktor der Hochtaunusschule, Markus Büchele.

Vorher, das war vor der Einstufung als „Selbstständige Berufliche Schule“ (SBS) durch das Kultusministerium – voraussichtlich wird die Hochtaunusschule die einzige Berufsschule in Hessen sein, die dieses Ziel 2017 erreicht.

Dadurch habe die Schule nun die Möglichkeit, eigenständiger und flexibler zu agieren, gerade was den Einsatz der finanziellen Mittel angeht, erläutert Markus Büchele. Dabei geht es vor allem um das Geld, das durch unbesetzte Lehrerstellen übrig bleibt. Derzeit sind 4,5 Stellen vakant. Das könnte über das Jahr gesehen rund 50 000 Euro ausmachen, rechnet Büchele vor.

Die kann die Schule nun auf eigene Faust umschichten, etwa um dringend nötige Anschaffungen zu bezahlen wie das Pferdeskelett. Es sei aber auch möglich, zusätzliche Angebote zu machen und Lehrer bei Aufgaben zu entlasten, die über den eigentlichen Unterricht hinausgehen, erläutert der Schulleiter. Etwa für eine Kollegin, die sich im Rahmen des Projekts Qualifizierte Ausbildungsbegleitung (Quabb) um Schüler kümmert, die darüber nachdenken, ihre Ausbildung hinzuwerfen. Oder für zusätzliche Stunden in Deutsch und Englisch. Da gebe es bei den Schülern der inhaltlich weitgehend technisch ausgerichteten Hochtaunusschule doch das eine oder andere Defizit.

Einführung eines Qualitätsmanagements wichtig

Wichtig ist für Büchele, der im vergangenen Jahr neu an die Hochtaunusschule gekommen ist, die Einführung eines Qualitätsmanagements. Das soll etwa Möglichkeiten aufzeigen, wie die Lehrkräfte von Verwaltungsaufgaben entlastet werden können. „Ziel ist es, dass sie sich mehr auf den Unterricht konzentrieren können.“ Aber es gehe auch darum, den Unterricht selbst zu verbessern, betont Büchele. Deshalb haben viele der Lehrer nun bereits zum zweiten Mal Fragebogen an ihre Schüler verteilt, um ein Feedback von ihnen zu erhalten. Immerhin 80 Prozent hätten sich daran beteiligt.

Beim Qualitätsmanagement erhofft sich Markus Büchele Unterstützung von dem neuen Vorsitzenden des Fördervereins, Holger Cartsburg. Als Deutschland-Chef von Rolls Royce könne dieser die Erfahrungen aus seinem Unternehmen beisteuern. „Davon können wir profitieren“, ist Büchele überzeugt. Zumal es zum Rolls-Royce-Standort in Oberursel schon lange einen direkten Draht gibt. Aktuell besuchen 50 Auszubildende des Unternehmens den Unterricht an der Hochtaunusschule.

Noch ungelöst ist die Frage, wie die Hochtaunusschule weiblicher werden kann. Derzeit besuchen sie lediglich 200 junge Frauen und das überwiegend in den Klassen für Design und für Pferdewirtschaft, schildert Büchele. Für die technisch orientierten Fächer interessierten sich hingegen weiterhin fast ausschließlich männliche Schüler. Ein Hoffnungsschimmer ist der Girls’ Day. Die 30 angebotenen Plätze für dieses Jahr seien bereits nach anderthalb Wochen ausgebucht gewesen, freut sich der Schulleiter.

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