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Feld für Feuerwehrhaus bereitet

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Rodungsarbeiten abgeschlossen / Baustart in gut einem Jahr

Oberursel - Bagger und Container stehen auf aufgewühltem Erdreich. Nur zwei Schilder an den einstigen Toren zeugen noch von der Kleingartenanlage „Schinnwiese“. Das Gelände zwischen der Hans-Thoma-Schule, dem Areal des Dampfbahnclubs Taunus und der Lahnstraße ist abgeräumt. In gut einem Jahr soll es hier mit den Bauarbeiten für das neue Feuerwehrhaus losgehen. Dass jetzt schon gerodet wurde, hat mit der Brut- und Setzzeit zu tun, erklärt Stadtkämmerer Jens Uhlig, der für das Großprojekt Gefahrenabwehrzentrum (GAZ) verantwortlich ist. Zwischen März und September dürfen keine Rodungs-Arbeiten stattfinden.

Entstehen soll hier ein Gebäudekomplex mit Innenhof. Ein zweigeschossiges Gebäude mit Fahrzeughalle im Erdgeschoss soll parallel zur Lahnstraße gebaut werden. Daran anschließend ist ein dreigeschossiger Gebäudeteil mit Übungsturm geplant. Hinzu kommt ein zweigeschossiges Nebengebäude entlang der westlichen Grundstücksgrenze mit Lagerflächen und einer Hausmeisterwohnung.

Das Gefahrenabwehrzentrum, kurz „GAZ“, wird der neue Standort der Freiwilligen Feuerwehr Oberursel-Mitte. Hier soll künftig auch die Einsatzleitstelle sein. Zudem werden dort Werkstatt- und Technikbereich und der zentrale Übungsstandort für alle Oberurseler Wehren untergebracht. Außerdem sind Schulungsräume geplant. Die Halle soll Platz für 23 Fahrzeuge bieten.

„In der Verrauchungsanlage üben die Feuerwehrleute, sich unter Atemschutz und mit dem Schlauch in den Händen in einem Gebäude zu orientieren“, erklärt Uhlig.

Etwas ganz Besonderes ist die „Heißausbildung“, eine gasbetriebene Anlage, in der Feuer zu Trainingszwecken simuliert wird. Doch die Stadt muss sparen. „Die Anlage können wir nur bauen, wenn der Kreis vollumfänglich die Kosten für Erstellung und Betrieb übernimmt“, sagt Uhlig. Die Verhandlungen laufen.

Ersparnis bei Ruheräumen

Aufs Geld schauen muss die Stadt bei der Ausstattung. „Das Budget ist auf 35 Millionen Euro gedeckelt“, erklärt Uhlig. Nach den derzeitigen Planungen werde mit 34 Millionen Euro gerechnet, plus eine Million als Sicherheitspuffer. „Wir haben mit der Feuerwehr überlegt, wie man das Projekt günstiger machen kann“, so Uhlig. So bräuchten die Lagerräume zum Beispiel keine Decken. „Da sieht man dann eben die Versorgungsschächte und Kabel.“ Auch der Innenausbau der Ruheräume müsse warten. „Wir erstellen zunächst nur den Rohbau.“ Diese Räume seien dafür gedacht, dass sich Feuerwehrleute bei Großeinsätzen zwischendurch ausruhen können und sogar die Möglichkeit haben, von den Räumen aus in ihrem „Haupt-Job“ zu arbeiten, ähnlich wie beim „Home Office“. Solange die Räume nicht fertig seien, könnten sich die Einsatzkräfte aber in den Schulungsräumen ausruhen.

Fest eingeplant seien die Büros für die Stabsstelle Brand- und Zivilschutz der Stadt. Hintergrund: Bei einer Stadt von der Größe Oberursels mit fast 50 000 Einwohnern seien auch ständig kleinere Einsätze zu absolvieren. „Wir haben aber nur einen hauptamtlichen Feuerwehrmann, nämlich den Stadtbrandinspektor“, erklärt Uhlig. Da helfe es, dass die Verwaltungsmitarbeiter für Brand- und Zivilschutz zugleich Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr seien. So könnten sie bei Bedarf problemlos ihre Verwaltungsarbeit liegen lassen und ausrücken. „Diese Konstruktion haben wir seit einigen Jahren“, so Uhlig.

Jetzt also ist an der Lahnstraße das „Feld“ bereitet für weitere Vorbereitungen fürs GAZ, wie Aushub und Geländeanpassungen. Derzeit seien aber Planungsbüros noch mit den Ausschreibungen beschäftigt. „Da geht es um Details, wie die Frage, in welchen Raum wie viele Lichtschalter an welche Stellen gesetzt werden sollen“, erklärt Uhlig.

Ein Generalunternehmer solle das Projekt dann verwirklichen, dafür werde es europaweit ausgeschrieben. Insgesamt rechne die Verwaltung mit rund zwei Jahren Bauzeit. „Einzug wäre 2026.“ Der Standort sei ideal, alle Stadtteile seien von der Lahnstraße aus gut und schnell zu erreichen. Zum Einsatzgebiet der Oberurseler Wehren gehörten zudem Abschnitte der Autobahn 661, der B 455 neu und der Kanonenstraße.

Dass das GAZ gebaut werden müsse, steht für Uhlig außer Frage: „Es dient der Sicherheit. Die Infrastruktur, die wir im Moment haben, wird einer Stadt von der Größe Oberursels nicht gerecht.“

Das Gebäude an der Marxstraße aus dem Jahr 1977 sei sanierungsbedürftig und entspreche den heutigen Arbeitsschutzanforderungen nicht. Den Neubau hatten die städtischen Gremien im Rahmen des gültigen Bedarfs- und Entwicklungsplanes bereits 2009 beschlossen. cg

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