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Ehrenmal kostet 206 000 Euro

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Von: Götz Nawroth-Rapp

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Restauratorin Susan Jusofie säubert den oberen Teil des Mosaiks an der 80 Jahre alten Säule.
Restauratorin Susan Jusofie säubert den oberen Teil des Mosaiks an der 80 Jahre alten Säule. © Michael Schick

Der Verein, der sich die Rettung des Ehrendenkmals an der Christuskirche auf die Fahne geschrieben hat, zieht eine vorläufige Bilanz. Die Renovierung der Säule hat bisher 206.000 Euro gekostet. Die Renovierungsarbeiten sind aber noch nicht abgeschlossen.

Das renovierungsbedürftige Ehrenmal an der Christuskirche hat nach derzeitigem Stand etwa 206.000 Euro gekostet. Das geht aus einer Rundschau-Anfrage beim Stadtverordnetenvorsteher Christoph Müllerleile (OBG) hervor, dem Koordinator des Vereins „Rettet das Ehrenmal“. Die Arbeiten am Mosaik durch die Spezialisten der Firma Steyer schlagen dabei mit rund 135.000 Euro zu Buche. Weitere 60.000 Euro kostete die Standsicherung durch eine Zementverfüllung.

Laut Müllerleile ist der gesamte Betrag nach derzeitigem Stand vollständig gegenfinanziert. Mehr als 110.000 Euro waren von Bürgern und Firmen gespendet worden, den Rest tragen zu verschiedenen Anteilen der Dienstleister „Bau & Service Oberursel“, der städtische Haushalt, das Landesamt für Denkmalpflege und die Ursella-Stiftung. Diese Summen seien allerdings vorläufig, sagt Müllerleile.

„Die noch ausstehende Zwischenabrechnung der Ursella-Stiftung wird noch detailliertere Zahlen liefern“, fügt er hinzu.

Immerhin wird aktuell wieder an der Säule gearbeitet. Lange Zeit tat sich für Beobachter am Ehrenmal gar nichts, was laut Müllerleile allerdings auch dem Umstand geschuldet ist, dass das Mosaik in der Werkstatt des Fachbetriebes aufgearbeitet wird. „Dort werden die Steine an einem Modell der Säule angepasst“, sagt er. In der Säule klaffen derzeit noch mehrere kreisrunde Löcher. „Das war nötig, damit der eingefüllte Zement trocknen kann“, erklärt Müllerleile. Die letzten Öffnungen sollen nun aber verschlossen werden. Dass das Ehrenmal etwa durch eindringendes Wasser weiteren Schaden nimmt, sei „überhaupt nicht der Fall“.

Verein lädt zu einem Treffen

Die Gruppe „Ohsäulemio“, die das Projekt kritisch begleitet, hatte genau diese Befürchtung in einem Offenen Brief geäußert und zudem eine nachvollziehbare Kostenaufstellung gefordert. Die OBG hatte kürzlich in einer Sitzung des Bau- und Umweltausschusses einen Fragenkatalog zum Ehrenmal an Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) eingebracht. Der muss nun allerdings erst einmal abgearbeitet werden. Der Verein „Rettet das Ehrenmal“ lädt am 7. November um 18 Uhr zum Treffen an der Säule. Dann soll der Stand und das weitere Vorgehen bei den Arbeiten erläutert werden. Das Denkmal war im Jahr 1930 auf Initiative von Oberurseler Bürgern neben der evangelischen Christuskirche als Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs gebaut worden.

Die Gedenkstätte beruht auf Entwürfen der Frankfurter Künstlerin Lina von Schauroth (1874-1970). Auf dem Mosaik stehen die Namen der Gefallenen. Seit einigen Jahren verfällt das Ehrenmal jedoch. Die Verankerung der Mosaiksteine ist den thermischen Spannungen nicht gewachsen. Große Risse haben sich gebildet. Ursprünglich hätte die Restaurierung im Herbst 2012 abgeschlossen sein sollen. Sie hat sich jedoch immer weiter verzögert.

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