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Decken für Charkiw

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Die ersten Decken hat Martina Bollinger schon gesammelt. jochen dietz
Die ersten Decken hat Martina Bollinger schon gesammelt. jochen dietz © Jochen Dietz

Martina Bollinger startet Sammelaktion gegen Kälte des ukrainischen Winters

Oberursel - Der Winter in der Ukraine ist hart. Er ist noch härter in einem Krieg, in dem Russland die Wärme- und Stromversorgung gezielt bombardiert und vernichtet. Die Zivilbevölkerung, Frauen, Kinder, Familien, Alte frieren Tag und Nacht in zerschmetterten Häusern und Wohnungen in ständiger Angst vor dem nächsten Angriff. Für dieses Wochenende werden hier Temperaturen von unter minus 15 Grad erwartet.

Mit Beginn dieser gezielten russischen Zerstörung hatten die Oberurseler Buchhändlerin Martina Bollinger und ihr Lebensgefährte Matthias Zimmermann deshalb die ebenso simple, wie einleuchtende Idee, was die Menschen in der Ukraine mit am dringendsten brauchen: Decken. „Eine Decke für die Ukraine“ sei deshalb der „Arbeitstitel“ ihrer privaten Initiative „Jeder hat doch bestimmt irgendwo noch zwei, drei Decken, die man spenden könnte“, ermuntert die 63-Jährige. Es gehe um Wolldecken, Steppdecken, Fleecedecken, Bettdecken, Federbetten und Schlafsäcke. „Alles was warmhält eben.“ An diesem Wochenende, 7. und 8. Januar, werden gespendete Decken angenommen: Am Samstag und Sonntag in der St.Marienkirche in Bad Homburg jeweils zu deren Öffnungszeiten sowie am Sonntag von 10 bis 17 Uhr in St. Hedwig, Eisenhammerweg 10, in Oberursel. Hier werden Martina Bollinger und Matthias Zimmermann auch persönlich die Decken entgegennehmen. „Sie müssen nur sauber sein. Sie werden dann von uns gebündelt, in Folie verpackt und beschriftet“, erklärt Martina Bollinger. Auch Neuware sei willkommen.

Wer es am Wochenende nicht schafft, kann seine Spenden-Decken kommende Woche auch in den Buchhandlungen Martina Bollingers in der Hohemarkstraße 158 in Oberursel und in der Louisenstraße 83a in Bad Homburg abgeben. Dort werden auch Sparschweine für Geldspenden stehen. Die gesammelten Decken werden dann gezielt an ein Krankenhaus in Charkiw geschickt werden. Die gesammelten Decken werden in den Raum Nürnberg geschafft. Dort hat Martina Bollinger einen Unternehmer einer Gruppe aufgetan die auf eigene Kosten Hilfstransporte in Richtung Ukraine organisiert. Dort wird dann ein 40-Tonner beladen, der die Decken an die ukrainische Grenze bringt. Dort werden sie von ukrainischen Fahrern übernommen.

Nah an der russischen Grenze gelegen gibt es hier einen Wohnbezirk der zweitgrößten Stadt der Ukraine, in dem die Not besonders groß ist, berichtet Nikolaus Reinhuber. „So greift ein Mosaiksteinchen ins andere“, sagt Martina Bollinger. „Jeder freut sich, doch etwas dazu beitragen zu können, das Elend der Menschen zu mindern. Es ist doch ein schönes Gefühl, wenn sie nicht mehr so frieren müssen.“ Jetzt hofft sie am Wochenende auf viele wärmende Decken. Über Helfer am Sonntag freut sie sich auch. Einfach unter Telefon 0174-9008173 melden. jo

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