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Um das Gelände des Reiterhofes herum sollen 24 Wohneinheiten gebaut werden.
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Um das Gelände des Reiterhofes herum sollen 24 Wohneinheiten gebaut werden.

Oberusel

Bürgerinitiaitve fürchtet um Bäume auf dem Siedlungslehrhof

  • Torsten Weigelt
    vonTorsten Weigelt
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Eine Bürgerinitiative befürchtet Naturzerstörung auf Gelände des Siedlungslehrhofes. Der Streit um den Bebauungsplan hält an.

Die Mitglieder der Bürgerinitiative Oberursel Nord schlagen Alarm. Vor kurzem seien die Kronen von Höhlenbäumen und alten Eichen auf dem Gelände des Siedlungslehrhofs mittels Hubsteiger inspiziert worden. Die BI befürchtet, dass dabei die Öffnungen der Bäume verschlossen werden sollen, um die Brutplätze für Fledermäuse und andere Höhlenbewohner unzugänglich zu machen. „Der Weg für die Fällung der wertvollen Habitat- und alten Quartiersbäume scheint nunmehr vorbereitet“, heißt es in einer Mitteilung der BI.

Dem widerspricht Heinrich Rose, der Vorsitzende des Siedlungsförderungsvereins. Bis auf weiteres seien auf dem Gelände des Lehrhofs keine Baumfällungen geplant, versichert er. Das würde ohnehin nur in Abstimmung mit der zuständigen Naturschutzbehörde gehen, betont Rose. Einzig wenn Bäume nicht mehr standfest sind, sei es möglich, sie aus Gründen der Verkehrssicherung zu entfernen. Aber auch in dieser Hinsicht sei aktuell nichts zu erwarten.

Damit ist der Grundsatzkonflikt allerdings nicht gelöst. Denn der Siedlungsförderungsverein möchte sein Gelände im Oberurseler Norden rund um den Reiterhof neu gestalten und dabei 24 Wohneinheiten schaffen. Ein Vorhaben, gegen das sich die Bürgerinitiative seit Jahren wehrt. Der Bau der Häuser sei eine „unnötige Flächenversiegelung“, kritisiert Anwohnerin Cornelia Thielen. Die Natur auf dem Siedlungslehrhof-Areal sei dafür zu kostbar. Ein Gutachten habe 26 Höhlenbäume mit insgesamt 33 potenziell nutzbaren Fledermausquartieren identifiziert. Zehn dieser Höhlenbäume müssten für die geplante Bebauung weichen, erklärt Thielen. Hinzu kämen 20 weitere Bäume, darunter 80 Jahre alte Eichen.

Geschichte

Der Siedlungslehrhof wurde 1936 von den Nationalsozialisten nach den Vorstellungen ihrer Ideologie als Mustersiedlung entworfen, schon bald nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde er zum Gefangenenlager umfunktioniert.

Die US Army nutzte das Gelände nach dem Krieg zum gleichen Zweck. Später entstand auf einem Teil des Geländes das „Camp King“. Herzstück des Siedlungslehrhofs ist heute ein Reiterhof.

„Wir sehen nicht ein, warum ein so wertvolles Areal zerstört werden soll“, sagt sie im Namen der BI. Zwar könne man neue Bäume als Ersatz pflanzen. Doch diese hätten bei weitem nicht die ökologische Qualität wie die vorhandenen. Hinzu komme die Gefahr, dass durch den Bau weiterer Wohnhäuser die Wasserströme in Richtung Camp-King-Park beeinträchtigt werden. „Dann sterben dort noch weitere Bäume“, befürchtet Cornelia Thielen.

Derweil lag in den vergangenen beiden Wochen der Bebauungsplan „Siedlungslehrhof“ im Rathaus noch einmal öffentlich aus. Grund dafür waren unter anderem die Einwendungen, die Mitglieder der BI gegen den bisherigen Entwurf gemacht hatten. Dabei sei es unter anderem darum gegangen, dass der Hof auch künftig ausschließlich als Reiterhof genutzt werden darf, erläutert Heinrich Rose.

Ohnehin hat das Vorhaben schon einige Verzögerungen erlebt. Mehr als fünf Jahre ist es bereits her, dass das Oberurseler Stadtparlament sich dafür ausgesprochen hatte, einen Bebauungsplan fürs Siedlungslehrhofgelände zu entwickeln. Der Siedlungsförderungsverein als Eigentümer möchte die Anordnung des Reiterhofs auf dem Areal verändern; in der jetzigen Form sei er nicht zukunftsfähig. Dazu sollen die Reithallen in Richtung Bundesstraße 455 verlegt werden. Auf dem frei werdenden Areal könnten dann die Wohnhäuser entstehen. Die Grundstücke will der Siedlungsförderungsverein in Erbbaupacht vergeben. Die Einnahmen sollen dem Erhalt des denkmalgeschützten Hofensembles dienen.

Bis es damit losgehen kann, wird aber noch weitere Zeit ins Land gehen. Denn inzwischen ist das ursprüngliche Artenschutzgutachten nicht mehr gültig; es muss nach fünf Jahren aktualisiert werden. Dafür laufe gerade die Begutachtungsphase, sagt Heinrich Rose. Möglicherweise waren deshalb auch die Hubsteiger im Einsatz, von denen die BI Oberursel Nord berichtet.

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