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Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Stadtwerke Oberursel wird offiziell der erste öffentliche Trinkbrunnen der Taunusstadt in der Kumeliusstraße in Betrieb genommen. Hier versucht es eine Besucherin. Bild: Monika Müller

Oberursel

Bestes Nass aus dem Taunus

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Besser als aus der Flasche: Ein Test an der „Wasserbar“ ergibt hervorragende Bewertungen für das Produkt der Stadtwerke.

O’zapft is! Nicht um Punkt 12 Uhr wie beim Oktoberfest auf der Münchner Wiesn, schon um kurz nach 11 Uhr drückte Oberursels „Oberbürgermeister“ Hans-Georg Brum am Samstag in der belebten Innenstadt auf den Knopf. Und löste damit die ersten 0,3 Liter Frei-Wasser aus dem ersten öffentlichen Trinkwasserbrunnen der Stadt. In elegantem Bogen sprudelte das Wasser aus der 1,15 Meter hohen Edelstahlsäule, die ersten Schlucke gebührten den wichtigsten Männern im Rathaus, ehe das Volk zur Tränke schreiten durfte. Mit von den Stadtwerken verteilten blauen Faltbechern in der Hand oder eben frei Schnauze.

Der fest installierte Trinkbrunnen an einem der meistfrequentierten Orte in der Innenstadt am Rand der Fußgängerzone, er ist ein Geschenk der Stadtwerke an die Bürger anlässlich des gerade gefeierten 50. Geburtstages des Unternehmens, das in diesem halben Jahrhundert längst vom reinen Wasserversorger zum multiplen Service-Dienstleister in mehreren Branchen geworden ist. Wohl aber stand das Wasser jetzt im Mittelpunkt, galt es doch den Weltwassertag, der stets am 22. März begangen wird, mit leichter Verspätung gebührend zu würdigen.

Mit dem öffentlichen Trinkbrunnen wollen die Wassermänner und –frauen der Stadtwerke ihr „ausgezeichnetes Produkt“ (Eigenwerbung) auch den Besuchern der Stadt öffentlich zugänglich machen. Und von März bis Oktober rund um die Uhr „kühles Orscheler Trinkwasser“ im öffentlichen Raum zur Verfügung stellen. Die Kosten dürften sich im Rahmen halten, 1000 Liter aus den großen Reservoirs mit Taunus-Grundwasser kosten aktuell 2,17 Euro. „Seit 15 Jahren stabil, wenn ich das mal so nebenbei bemerken darf“, so Stadtwerke-Chef Jürgen Funke.

Viel Lob gab es für das Taunuswasser an der eigens installierten „Wasserbar“, die vielfach blau leuchtete wie der strahlende Himmel über dem Städtchen, der sich passend dazugesellte. „Es ist ein gutes Wasser“, stellt Gertrud Ruppel schlicht und mit Respekt vor der Qualität des Lebenselixiers fest. Da nicken sie alle an der Bar, die beim „Blindtest“ versuchen, ob sie das schnöde Leitungswasser vom teuren Mineralwasser aus dem Handel unterscheiden können. Das gelingt vielen nicht. Interessant dennoch, das fast alle, die gefragt wurden, welches Wasser ihnen denn besser schmeckt, ohne um die Herkunft des Inhalts zu wissen, auf den Becher mit dem Wasser aus der Leitung deuteten.

Das freut den Stadtwerke-Geschäftsführer, die Kritik an der traditionell zum Weltwassertag aufgebauten „Wasserbar“ wird alle Jahre wieder ähnlich formuliert. Die ältere Dame, die früher im Norden der Stadt gewohnt hat und nun im südlichen Ortsteil Weißkirchen lebt, bringt sie auf ihren geschmacklichen Punkt. „Die Qualität ist nicht gut, das schmeckt gar nicht wie unser Oberurseler Wasser.“ Ist es auch nicht, jedenfalls nicht das Taunus-Grundwasser, das oberhalb der quer verlaufenden Bahnlinie aus den Wasserhähnen fließt. Rund 15 Prozent des Wassers stammen aus Tiefbrunnen an der Riedwiese unterhalb der Bahnlinie, ein paar weitere Prozent für die Versorgung der Bürger in den südlichen Gebieten bezieht die Stadt über Transportleitungen vom Wasserbeschaffungsverband Taunus.

Damit aus dem neuen Trinkwasserbrunnen konstant frisches und sauberes Taunuswasser sprudelt, wird die Zuleitung alle halbe Stunde automatisch gespült. Eine „monatliche hygienische Beprobung“, so die Stadtwerke, garantiere stets die Reinheit des Trinkwassers.

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