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Bestattungen werden teurer

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Friedhofsgebühren sollen angehoben werden / Kritik von der OBG-Freie Wähler

Oberursel - Der Tod kostet das Leben - und viel Geld: Oberurseler, die einen Angehörigen beerdigen müssen, sollen dafür auf einem der sechs Friedhöfe künftig tiefer in die Tasche greifen.

Der Haupt-, Finanz- und Digitalisierungsausschuss hat einer Neufassung der Friedhofsgebührensatzung mehrheitlich zugestimmt. Bei der Kalkulation öffentlich-rechtlicher Gebühren gilt ein sogenanntes Kostendeckungsgebot: Man müsse die Friedhofsgebühren so erheben, dass sie die gesamten voraussichtlichen Kosten der Einrichtung decken, hatte Stadtkämmerer Jens Uhlig (CDU) erklärt. Dabei dürfen freilich keine Überschüsse für den allgemeinen Haushalt erzielt werden. Aufgrund verschiedener Veränderungen bei den Kosten und der Nachfrage habe man die Neuberechnung in Auftrag gegeben, so Uhlig. Unter anderem gebe es Verschiebungen bei den Bestattungsarten: Man verzeichne immer mehr Urnenbeisetzungen. „Wir müssen die Steigerungen bei den Sach- und den Personalkosten abbilden“, ergänzte Oliver Riedel vom zuständigen städtischen Eigenbetrieb Bau & Service Oberursel (BSO).

Die jüngste Gebührenanpassung erfolgte 2019 - damals standen einzelne Erhöhungen um fast 100 Prozent im Raum, doch der BSO hatte sich, wie berichtet, verrechnet. Nachdem der Fehler aufgefallen war, wurden die Gebühren schlussendlich zwar trotzdem erhöht, aber nicht mehr ganz so massiv. Diesmal soll der „Gebührentatbestand“ Erdbestattung je Fall von aktuell rund 1050 Euro auf rund 1300 Euro steigen; außerdem müssen die Hinterbliebenen in Zukunft pro Sarg- beziehungsweise Urnenträger 90 statt 52 Euro zahlen. Auch die Gebühren für Beisetzungen von Kindern unter fünf sollen steigen: von 500 Euro, die auf Initiative der Grünen 2019 bewusst so festgelegt worden waren, auf 618 Euro.

Urnenbestattungen, die Prognosen zufolge die gefragteste Form der Beisetzung bleiben, sollen künftig 206 statt 165 Euro Gebühr kosten, wie die Kalkulation der beauftragten Leipziger Beratungsgesellschaft ergeben hat. In einem belegten Erdgrab sind es 270 statt 217 Euro. Außerhalb der Regelzeiten zwischen 8 und 14 Uhr beziehungsweise freitags zwischen 8 und 11 Uhr fallen 220 Euro Zuschlag an.

Familien, die eine der Trauerhallen nutzen möchten, zahlen weiterhin eine Gebühr von rund 420 Euro pro angefangene halbe Stunde. Obgleich die Bauunterhaltung teuer und Investitionen notwendig seien, habe man politisch entschieden, die Gebühren „nicht so hoch“ zu setzen, sagte Uhlig. Kostendeckend wären 888 Euro. Bei den Grabnutzungen, die ebenfalls bezahlt werden wollen, ergibt sich ein gemischtes Bild: Während etwa ein Erdwahlgrab künftig „nur“ noch 2250 Euro statt 2680 Euro für 40 Jahre kostet, wird die Wiesen-Erdwahlgrabstätte teurer (2100 statt 1860 Euro).

Die SPD enthielt sich, die OBG stimmte gegen die Satzung. Mehr als 400 Euro für 30 Minuten Trauerhalle seien schon jetzt viel, 90 Euro pro Sargträger „happig“, findet die OBG, die Bedenken hegt, dass manche Angehöriger sich das nicht mehr leisten können. „Und muss den Leuten für eine Bestattung um 15 Uhr auch noch ein Zuschlag zugemutet werden?“, kritisierte Fraktionsvorsitzender Andreas Bernhardt.

Am Donnerstag hat aber erst einmal das Stadtparlament das letzte Wort. mrm

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