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Marion Unger führt – sofern es die Lage zulässt – Besucher und Besucherinnen durch Oberursel.
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Marion Unger führt – sofern es die Lage zulässt – Besucher und Besucherinnen durch Oberursel.

Oberursel

Begegnung mit dem Oberurseler „Weibermeister“

  • VonJürgen Streicher
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Stadtführerin Marion Unger hat ein Buch veröffentlicht, das die Leser und Leserinnen auf die Spuren der „Orscheler“ Geschichte führt.

Wahrscheinlich kennt Marion Unger tatsächlich jeden Pflasterstein in der „Orscheler“ Altstadt. Der innerste Kern ihrer Wahlheimat ist ihr Metier, hier kennt sie sich so gut aus wie wohl die meisten Ureinwohner und -einwohnerinnen nicht. Und weil ihre Liebe zum Städtchen Jahr für Jahr gewachsen ist, hat sie auch ein Faible für Geschichte und Geschichten in ihr geweckt. Historisches, Sehenswürdigkeiten im wahrsten Sinne des Wortes, Anekdoten, die echten Stories zur Heimatgeschichte entdeckt man am besten, wenn man zu Fuß unterwegs ist. Diese Idee ist Grundlage für das kleine Buch „Oberursel zu Fuß“ aus der Feder von Marion Unger.

Ausgerechnet eine Zugereiste erklärt die alte Oberurseler Welt, mag einer denken. Weit weg vom Taunus in Kanada ist sie geboren, aus dem Westfälischen ist Marion Unger vor über 30 Jahren ins Rhein-Main-Gebiet gekommen, in Oberursel ist sie ein paar Jahre später „freundlich aufgenommen“ worden. Als wohl bekannteste Stadtführerin ist sie zum touristischen Werbefaktor geworden, das Buch ist eine komprimierte Zusammenfassung ihrer speziellen Themenführungen zur Stadt- und Industriegeschichte und inzwischen vielem mehr. Meist ist Marion Unger mit ihren Gästen in der Altstadt unterwegs, kürzlich hat die Stadt sie mit der Bürgermedaille ausgezeichnet.

„Oberursel zu Fuß“ im handlichen Taschenformat ist ein schlichter Appetitmacher, eine Art „Orschel für Anfänger“, wie die Einheimischen sagen würden. Kurze Kapitel zu den Themen, fast nie mehr als zehn Seiten inklusive Bilder und Kartenausschnitten, zum Kennenlernen und Lust machen auf mehr. Erstaunlich, wie viele Fragen sich auf kaum mehr als einem Kilometer durch die Altstadt wie von selbst stellen können. Eine „unbekannte Perle“ nennt Marion Unger diesen eng absteckten Kreis zwischen den Resten der alten Stadtmauer rund um das Wahrzeichen der Stadt, die Kirche St. Ursula auf dem höchsten Felssporn der Altstadt.

„Marion Unger, Stadtführerin“ steht auf der Visitenkarte der Autorin, die von der Brunnenfigur jener heiligen Ursula mit ihren drei Pfeilen und dem Mainzer Rad geziert wird. Was es damit auf sich hat, erklärt sie gleich im ersten Kapitel des Buches. Allein die abenteuerliche Legende zu jener Ursula, die bei einer Wallfahrt von einem Pfeil tödlich getroffen wurde, weil sie den Heiratsantrag eines heidnischen Hunnenkönigs abgelehnt hatte, weckt die Neugier, mehr von dieser Geschichte zu erfahren, etwa bei einer Führung, bei der ein knapper Kilometer zu einem epischen Ausflug in eine frühere Welt wird. Als Männer noch einen „Böseweibermeister“ engagieren konnten, der als Narr verkleidet einen Esel durch die Stadt führte, auf dem rittlings sitzend eine Frau durch die Gassen geführt wurde, die ihren Mann geschlagen hatte.

Sieben kleine Touren hat Unger ausgewählt, alle bequem zu Fuß zu absolvieren. Auch der Teilabschnitt des Mühlenwanderweges, der eigentlich 14,5 Kilometer lang ist und bis nach Heddernheim führt, wenn man sich etwa auf den nördlichen Teilbereich von der Hohemark in die Altstadt konzentriert. An „besondere Orte der Stille“ führt der Spaziergang von der St.-Ursula- zur Christuskirche am unteren Maasgrundweiher, auf die „Spur der Natur“ der Weg durch den Grünzug „Maasgrund“ vom Freiraum-Laboratorium Schulwald hinunter in die Stadt.

Um den denkmalgeschützten Bahnhof und seine Umgebung geht es in einem Kapitel, um „Historische Gasthäuser“, in denen auch der berühmte „Rote Baron“ Manfred von Richthofen einkehrte, in einem anderen. Stadtführungen sind derzeit nur im engsten Familienkreis möglich, „Oberursel zu Fuß“ hilft beim Abenteuer, Geschichte auf eigene Faust zu entdecken.

Marion Unger: Oberursel zu Fuß. Die schönsten Sehenswürdigkeiten zu Fuß entdecken. - Frankfurt: Societäts-Verlag. - 80 S. /Ill. - 12 Euro.

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