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Bebauungspläne könnten Kollaps bringen

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Große Bedenken des Bommersheimer Ortsbeirats gegen 140 neue Wohnungen

Oberursel - Das Projekt Mutter-Teresa-Straße bleibt umstritten: Wie berichtet könnten in Bommersheim schon im Sommer die Bagger anrollen. Entstehen sollen bis zu 140 neue Wohneinheiten. 108 Wohneinheiten - darunter auch 33 preisgünstige - will das Gemeinnützige Siedlungswerk (GSW, Frankfurt) bauen. Derzeit läuft das Umlegungsverfahren, das im zweiten Quartal abgeschlossen sein könnte. Parallel könnten die Stadtverordneten den Satzungsbeschluss fällen.

Doch nicht nur viele Anwohner sind skeptisch, auch der Ortsbeirat hegt Bedenken. Man habe schon darüber nachgedacht, einen Brief an alle Stadtverordneten zu schreiben, berichtete Ortsvorsteher Steffen Wolf (OBG) in der jüngsten Sitzung. „Aber es wird wahrscheinlich besser sein, wenn jeder in seiner Fraktion kommuniziert, wie wir dazu stehen.“ Schließlich entscheide das Stadtparlament.

Trotzdem solle „ein Zeichen gesetzt werden, dass Bommersheim geeint Bedenken hat, wie das Projekt jetzt starten soll“, meint Lorenz Hieronymi (OBG). „Ich habe nichts gegen Wohnraum, aber wir können nicht den dritten Schritt vor dem ersten machen.“ Man könne nicht über 100 Wohnungen bauen, wenn die Infrastruktur nicht da sei. Viele Bommersheimer hatten beim Infoabend im November ähnliche Sorgen geäußert: Die Straßen seien morgens schon heute verstopft, die Kitas platzten aus allen Nähten und im Sommer werde das Trinkwasser knapp. „Das gibt einen Kollaps“, warnte Hieronymi. „Wir leben nicht in der Utopie, dass jeder mit dem Fahrrad oder den Öffis fährt.“ Er sei nicht gegen das Bauen - „aber die Voraussetzungen müssen stimmen“, so Hieronymi. Man könne ja zumindest versuchen, als Ortsbeirat einen gemeinsamen Brief an alle Fraktionen zu formulieren, meint auch Joachim Braun (CDU). Es gebe auch anderswo im Stadtteil Bauvorhaben, etwa hinter dem „Fritten-Toni“. „Wir reden hier von einem Verkehrsinfarkt“, sagte Braun. Norbert Halas (Grüne): „Ich denke nicht, dass es gelingt, einen Brief zu formulieren, den jeder unterschreibt.“ Der Ortsbeirat habe andere Möglichkeiten: „Wir können die Themen hier diskutieren und Lösungsvorschläge erarbeiten.“

Wohnen sei ein Menschenrecht, ergänzte Brigitte Geißler-Burschil (SPD). „Und die Welt besteht aus Veränderung.“ In zehn Jahren habe man eine andere Situation als heute. Man kann nicht wegen Parkplätzen gegen ein Wohngebiet sein“, sagte sie. Ein Verkehrskonzept sei aufgestellt, und das Beteiligungsformat folge im Januar, stellte Rathauschefin Antje Runge (SPD) klar.

Vielleicht könne der Ortsbeirat ja einen allgemeinen Brief aufsetzen, in dem man auf die Probleme mit der Infrastruktur eingehe, „und dann schauen wir, wer alles unterschreibt und ob wir ihn abschicken“, schlug der Ortsvorsteher vor. mrm

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