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Baustart für Bieneninstitut

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Gebäude soll Ende 2024 fertig sein

Oberursel - Der Grundstein für den Neubau des Instituts für Bienenkunde in Oberursel ist gelegt. Das teilt die Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main mit, die es gemeinsam mit der Goethe-Uni trägt. Die Inbetriebnahme des Gebäudes sei für Ende 2024 geplant. Das Neubauprojekt des Instituts habe nun vollen Schwung aufgenommen, heißt es. „Auf dem insgesamt 5900 Quadratmeter großen Grundstück in der Ebertstraße 39 entsteht nun eine neue Heimat für das renommierte Forschungs- und Bildungsinstitut, das bereits seit mehr als 80 Jahren an der Schnittstelle zwischen universitärer Grundlagenforschung und praktischer Bienenhaltung erfolgreich arbeitet“, so die Polytechnische Gesellschaft.

Der in eine weitläufige Gartenanlage eingebettete Baukomplex in Holzbauweise erziele nach den Kriterien für nachhaltiges Bauen 99 von 100 möglichen Punkten. Neben dem 1300 Quadratmeter umfassenden Neubau des Institutsgebäudes entstehe zugleich ein groß angelegter Vogel- und Insektengarten, der für Forschung und Imkerausbildung, aber auch für die Bildung von Kindern und Erwachsenen rund um die Bienenbiologie genutzt werde.

Zwischenzeitlich sei es der Polytechnischen Gesellschaft gelungen, ein weiteres benachbartes Grünlandgrundstück zu erwerben. „Es ist zwar nicht Bestandteil des von der Stadt beschlossenen Bebauungsplans, wird aber komplett in die Gestaltung der Außenanlagen einbezogen“, so die Mitteilung. Weil das ursprüngliche, aus einem Einfamilienhaus in den 1950er-Jahren entstandene Institutsgebäude den heutigen Notwendigkeiten und Arbeitsabläufen von Wissenschaft und Imkerei nicht mehr entsprochen hatte, hatte sich die Polytechnische Gesellschaft in enger Absprache mit der Stadt zu dem Neubau entschlossen.

Zur Planung und Realisierung des Neubaus wurde 2019 ein Architektenwettbewerb durchgeführt, an dem sich mehr als 70 Büros aus ganz Deutschland beteiligt hatten. Den Zuschlag erhielt das Büro hs/c Architekten von Marcel Heller und Till Schweizer. Ihr Entwurf vereinige die komplexen Anforderungen eines Forschungsinstituts mit entsprechenden Laboren, Imkereibetrieb und notwendiger Verwaltung auch unter ökonomischen und ökologischen Aspekten unter einem Dach, heißt es weiter. Nicht nur naturwissenschaftliche Forschung auf internationalem Niveau gehöre zu den Aufgaben des Instituts; es verbinde diese ganz im polytechnischen Sinne auch mit praktischer Bienenhaltung, Beratung von Imkern und der Bildung in Form von Vorträgen und Führungen für Erwachsene und Kinder über die Bedeutung der Bienen.

Der frühere Schatzmeister Johann-Peter Krommer, der für die Polytechnische Gesellschaft das Neubauprojekt lange Zeit begleitet hatte: „Mit diesem Projekt wird ein langgehegter Traum nach und nach sichtbar Form und Gestalt annehmen. Die modernen Planungstechniken zeigen uns schon im Vorfeld, was für ein tolles Gebäude hier entsteht.“ „Die Grundsteinlegung für das Institut für Bienenkunde ist ein Meilenstein. Seit mehr als 80 Jahren gehört die Polytechnische Gesellschaft mit ihrem Bieneninstitut zu Oberursel und es freut mich sehr, dass diese enge und gute Verbindung am neuen Standort in der Stadtmitte weitergeführt wird. Mit der nachhaltigen Bauweise entsteht ein hochmodernes und architektonisch äußerst ansprechendes Institutsgebäude im Einklang mit seiner Umgebung“, so Bürgermeisterin Antje Runge.

Das Institut wird zum größten Teil als reiner Holzbau ausgeführt. Die Nachhaltigkeit des Gesamtgebäudes werde durch eine Photovoltaikanlage unterstützt. Das Niederschlagswasser werde in einer Zisterne gesammelt. Regen, der auf versiegelte Flächen fällt, werde über natürliches Gefälle in die Umgebung entwässert. Heizwärme entstehe durch eine Wärmepumpe und vortemperierte Zuluft.

Nach derzeitigem Stand kostet das Ganze rund 10,4 Millionen Euro. Andreas Pesch, Sprecher der Polytechnischen Gesellschaft: „Tatsächlich stellen die momentanen Preisentwicklungen bei Energie und Rohstoffen uns vor große Herausforderungen. Der Holzpreis schwankt stark, bewegt sich aber wieder auf eine vertretbare Höhe zu, so dass wir optimistisch sind, das Richtfest im Mai 2023 feiern zu können.“ jo

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