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Bangen um "Brennnesselfarm"

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Noch steht das ehemalige Stationswärterhäuschen an der Hohemark 9. Doch der Abriss ist in Planung. niklas müller
Noch steht das ehemalige Stationswärterhäuschen an der Hohemark 9. Doch der Abriss ist in Planung. niklas müller © Niklas Müller

Oberursel Haus des früheren Wasserwarts der Stadtwerke soll abgerissen werden

Abgelegen im Wald steht seit mehr als 100 Jahren an der Hohemark ein kleines Häuschen. 1911 erbaut, diente es als Stationswärterhäuschen für die Wasserversorgung des nördlichen Stadtgebiets. Eigentümer sind die Stadtwerke. Seit Juli 2021 steht das Haus leer. Nachdem keine Stadtwerkebediensteten einziehen wollten, wurde es zum Verkauf angeboten. Zahlreiche Interessenten hätten sich gemeldet. Doch dann zogen die Stadtwerke zurück. Wegen zu hoher Auflagen sei ein Verkauf nicht möglich. Nun droht der Abriss.

"Das ist eine Schande", sagt Frank Fiek. 1980 bezog seine Familie das kleine Häuschen im Wald. Sein Vater, Karl Fiek, war der Wasserwart der Stadtwerke. Nach seinem Renteneintritt durfte der Vater mietfrei bis zu seinem Tod im Haus bleiben. Seine gesamte Kindheit habe Frank Fiek hier verbracht. Entsprechend viele Erinnerungen und Emotionen verbindet er mit dem Haus. Nach dem Tod des Vaters 2020 wohnte Fieks Bruder zeitweise hier. Kurz nach dessen Auszug im vergangenen Jahr hätten die Stadtwerke das Wasser abgestellt. Fiek vermutet, dass die Stadt nie wirklich Interesse an einem Verkauf gehabt hat. Trotz reger Nachfrage und Angeboten weit über den angesetzten Preis sei dieser nie zustande gekommen.

Die Stadtwerke bestätigen auf Anfrage, das Haus 2021 zum Verkauf angeboten zu haben. Eine Sanierung habe man aus wirtschaftlichen Gründen ausgeschlossen. Es habe einen Interessenten gegeben. Es habe sich aber herausgestellt, dass der Verkauf wegen der besonderen Lage und den damit verbundenen hohen Auflagen nicht möglich gewesen sei. Um welche es sich dabei im Einzelnen handelt, wollten die Stadtwerke nicht sagen. Möglicherweise spielt die Lage im Wasserschutzgebiet eine Rolle. Daraufhin habe man den Abriss beschlossen, heißt es. Ein konkretes Datum gebe es noch nicht. Allerdings habe man bereits mit den Vorarbeiten begonnen. Frank Fiek kennt die Argumente der Stadtwerke, kann sie aber nicht nachvollziehen. Das Häuschen sei ideal für junge Familien, die ihre Kinder dort naturnah aufwachsen lassen wollten. Es gebe bestimmt Interessenten, die die Auflagen akzeptieren würden. Das Haus sei in Oberursel bekannt, genauso wie einst sein Vater. Er hatte den Spitznamen "Brennnesselfarmer", erinnert sich Fiek. "Die Leute haben uns Postkarten geschrieben, da stand drauf: Karl Fiek, Brennnesselfarm Oberursel. Da wusste jeder genau, wer und wo das ist." nmu

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