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U-Bahn-Kosten steigen auf 1,6 Millionen Euro

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Eine U 3 fährt am Bahnhof in Richtung Hohemark ab. Andreas schick
Eine U 3 fährt am Bahnhof in Richtung Hohemark ab. Andreas schick © Schick

Stadtverordnete segnen höheren Jahreszuschuss für die „Lebensader“ ab / 15 Minuten-Takt bleibt

Oberursel - Die U-Bahn-Linie 3, die zwischen dem Frankfurter Südbahnhof und Oberursel-Hohemark verkehrt, ist den meisten Stadtverordneten lieb und teuer. Der ohnehin defizitäre Haushalt ächzt zwar unter der Erhöhung des Zuschusses auf 1,6 Millionen Euro, den die Stadt 2023 und 2024 als „Infrastrukturkostenbeitrag“ für den Betrieb der U 3 zahlen muss. Voriges Jahr waren es noch 1,4 Millionen Euro. Trotzdem hat die Stadtverordnetenversammlung der Zahlung des neuen Betrags an den Verkehrsverband Hochtaunus (VHT) mehrheitlich zugestimmt.

Die Vertreter der Unabhängigen Liste Oberursel (ULO) und der Oberurseler Bürgergemeinschaft - Freie Wähler (OBG) enthielten sich. Zuvor hatte die ULO angefragt, welche Kostenersparnis es geben könnte. Ein 20-Minuten-Takt würde der Stadt Oberursel maximal 260 000 Euro pro Jahr einsparen; jede zweite U-Bahn nur bis zum Bahnhof fahren zu lassen würde jährlich 250 000 Euro weniger kosten, so die Antworten des VHT nach Rücksprache mit Frankfurts Lokaler Nahverkehrsgesellschaft Traffi-Q. Diese organisiert für die Stadt Frankfurt den gesamten Bus- und Bahnverkehr. Ein Waggon weniger außerhalb der Stoßzeiten würde an den Kosten nichts ändern, heißt es von dort weiter, berichtete Bürgermeisterin Antje Runge (SPD).

Von einem 20-Minuten-Takt würde dringend abgeraten, weil die Anschlüsse an die S-Bahn (am Bahnhof) dann nicht mehr gegeben wären, so der VHT. Auch die halbstündigen Anschlüsse an den Stadtbus würden schwierig, sagte Runge. Der VHT weiter: Der Verkehr im gesamten Schienennetz in den Frankfurter U-Bahntunneln sei aufeinander abgestimmt. Die Machbarkeit müsste erst geprüft werden. Ein 30-Minuten-Takt sei realisierbar. Aber vermutlich würde dann ein Teil der Fahrgäste, die eine der Stationen zwischen Bahnhof und Hohemark als Ziel hätten, aufs Auto umsteigen. Damit werde das Straßennetz Oberursels höher belastet, und ein solches Vorgehen widerspreche der Mobilitätswende und den Zielen der Klimaneutralität. Thomas Fiehler (ULO) fand, als es um die Abstimmung über den 1,6 Millionen-Euro-Zuschuss ging, die Stadt Oberursel sei da sozusagen erpressbar: „Den Gedanken, den U 3-Betrieb in Niederursel einzustellen, hätte ich gern mal zu Ende gedacht.“ Claudia von Eisenhardt-Rothe (Klimaliste) forderte die Stadt auf, robust zu verhandeln. Dietrich Andernacht (Linke) erklärte: „Die U-Bahn wird als Privatvergnügen der Gemeinden angesehen. Wir werden doppelt abgezockt.“ Das Problem sei die Einstufung der U-Bahn als „lokaler Verkehr“. Diese Definition müsse vom Tisch. In Wirklichkeit sei die U-Bahn regionaler Verkehr. Die Lastenverteilung sei unausgewogen und ungerecht. Ein Gespräch mit dem hessischen Wirtschafts- und Verkehrsministerium ist laut Magistrat geplant. Martin Bollinger (CDU) nannte die Kostensteigerung „mehr als schmerzlich“. Sie macht je 200 000 Euro mehr Belastung für die Haushalte 2023 und 2024 aus. Bollinger betonte aber, die U-Bahn-Linie sei „eine der Lebensadern unserer Stadt“.

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