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Der Neubau im Gewerbegebiet Drei Hasen soll das modernste Mercedes-Autohaus Deutschlands werden.

Oberursel

Auto-Senger baut neuen Standort in Oberursel

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Das Unternehmen zieht in 20 Millionen Euro teuren, energiesparenden Neubau in Oberursel. Die Zahl der Mitarbeiter soll auf 100 wachsen.

Es soll „das modernste Mercedes-Autohaus in Deutschland“ werden, kündigte Andreas Senger an. Im Oberurseler Gewerbegebiet Drei Hasen drehten sich bereits die Kräne, als der Seniorchef der Senger-Gruppe gemeinsam mit seinem Sohn Jörg, Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) und weiteren Verantwortlichen und Gästen den Spatenstich für den Neubau setzte, der auf dem etwa einen Hektar großen Grundstück an der Willy-Brandt-Straße entsteht.

Rund 20 Millionen Euro investiere man am neuen Standort, sagte Senger. Damit verbunden ist ein Umzug des Betriebs aus Bad Homburg, wo dadurch eine innerstädtische Fläche in stark frequentierter Lage frei wird. Das Areal am Hessenring soll an einen „renommierten Bestandsentwickler“ verkauft werden, sagte Senger.

Seine derzeit rund 80 Mitarbeiter könnten sich in Oberursel auf „ein hochmodernes Arbeitsumfeld“ freuen, sagte der geschäftsführende Gesellschafter der Senger-Gruppe an. Und die Zahl der Beschäftigten soll sich nach dem Umzug auf 100 erhöhen.

Dass sich die Senger-Gruppe für das Gewerbegebiet Drei Hasen entschieden hat, sei gut für die Stadt, aber auch für das Unternehmen, sagte Bürgermeister Brum. „Die Lage ist top.“ Das neue Autohaus werde mit seiner Anbindung an die A661 und die B455 nicht nur Kunden aus Oberursel, sondern aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet anlocken.

„Senger passt gut zu Oberursel“, befand der Rathauschef. Und das nicht nur, weil der ehemalige Vorstandvorsitzende von Daimler, Dieter Zetsche, aus der Stadt stamme und das hiesige Gymnasium besucht habe. Sondern auch wegen der Arbeitsplätze, die dadurch nach Oberursel kämen. Was das angeht, habe die Stadt im vorigen Jahr „Verluste hinnehmen müssen“, erinnerte Brum an die Insolvenz des Tourismuskonzerns Thomas Cook.

Die Unternehmensgruppe Senger entwickelte sich aus einer Vertragswerkstatt, die 1953 gegründet wurde. Die Automobilhandelsgruppe aus dem nordrhein-westfälischen Rheine gehört nach eigenen Angaben zu den größten in Deutschland. 


Der Konzern vertritt die Marken Mercedes-Benz, Smart, Volkswagen, Audi, Škoda, Porsche und DAF. Außerdem führt die Unternehmensgruppe Eigenmarken in den Geschäftsbereichen Spezialfahrzeuge, Teiledienst, Fahrzeugvermietung, Lackier- und Karosseriezentre sowie Flottenmanagement.

An 42 Standorten beschäftigt das familiengeführte Unternehmen rund 3000 Mitarbeiter in 53 Betrieben . In Hessen ist Senger an acht Standorten vertreten, davon drei im Hochtaunuskreis. Der Jahresumsatz beträgt nach Unternehmensangaben 1,6 Milliarden Euro. bah

Das Autohaus Senger bilde zudem einen guten Abschluss für die Willy-Brandt-Straße, an der sich bereits andere Autohändler angesiedelt haben. In Richtung Autobahn habe das Gewerbegebiet noch „ein gewisses Erweiterungspotenzial“, sagte Brum. Diese Option habe auch aus seiner Sicht für den neuen Standort gesprochen, ergänzte Andreas Senger. Die Konkurrenz der Marken Audi und Porsche in der Nachbarschaft schrecke ihn nicht. Im Gegenteil: An der Willy-Brandt-Straße entstehe ein „automobiles Zentrum für Premiumfahrzeuge“, von dem alle drei Händler profitieren könnten.

Der Senger-Neubau werde mit „schwebendem Dach und transparentem Körper“ ein optischer Hingucker, versprach Architekt Rainer Maria Kresing. Aber auch in Sachen Nachhaltigkeit wolle man punkten. Ziel sei ein „hocheffizientes Gebäude“, sagte Senger. Im Vergleich zum Vorgängerbau in Bad Homburg hoffe man, 30 bis 40 Prozent an Energiekosten einsparen zu können.

Gleichzeitig wolle man den Service für die Kunden verbessern. Dazu soll eine konsequente Digitalisierung beitragen. Die neuen Abläufe würden bereits seit eineinhalb Jahren am alten Standort trainiert. Der direkte Kontakt zum Kunden solle durch den Einsatz der modernen Möglichkeiten aber nicht leiden, versicherte Jörg Senger. Schließlich sorgten Entwicklungen wie neue Antriebe und automatisches Fahren dafür, dass der Beratungsbedarf in Zukunft eher steige als geringer werde. Zudem bleibe das Auto auch in Zukunft „ein emotionales Produkt“, das man sehen und anfassen wolle.

Nach den Plänen der Unternehmensverantwortlichen soll der Neubau an den Drei Hasen bereits Ende dieses Jahres fertig sein. Die Eröffnung sei für Dezember geplant. Auf der freiwerdenden Fläche in Bad Homburg sollen nach dem Willen der Stadtpolitik Wohn- und Bürogebäude entstehen. Das Areal gilt als wichtiger Baustein im integrierten Stadtentwicklungskonzept „Bad Homburg 2030“.

Das Architektur- und Stadtplanungsbüro „Baufrösche“ aus Kassel hat deshalb den Auftrag erhalten, einen städtebaulichen Entwurf zu erarbeiten, der eine Mischung aus Wohnen und Gewerbe vorsieht. Wobei in der Planung des Senger-Geländes noch die Eckgrundstücke an den nördlichen Gebietsrändern hinzukommen, die im Besitz von Privatleuten und einer GmbH sind.

Auch um den Senger-Standort in Königstein sind jüngst Diskussionen aufgekommen. Dort gebe es aber überhaupt keine Überlegungen, etwas zu ändern, versicherte Andreas Senger. „Wir sind sehr zufrieden.“

Parallel zum Neubau in Oberursel lässt Senger in Rosbach im Wetteraukreis ein Zentrum für Karosserie, Lack und Logistik errichten. Das Unternehmen investiert rund zehn Millionen Euro in der Nachbarschaft zu seinem Nutzfahrzeugzentrum. Das neue Gebäude auf einem 12 000 Quadratmeter großen Grundstück wird für Karosserie- und Lackierarbeiten genutzt. Hinzu kommt ein Vertriebszentrum für Fahrzeugteile.

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