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Auf ins „Barcamp“

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Eddy Shafiei, Rieke Bönisch, Sebastian Scherer, Lisa Meier-Ebert, Babette Billing, Carsten Koehnen und Doris Schramen (v.l.).
Eddy Shafiei, Rieke Bönisch, Sebastian Scherer, Lisa Meier-Ebert, Babette Billing, Carsten Koehnen und Doris Schramen (v.l.). caro © Caro

VHS bietet offene Workshops zur Nachhaltigkeit an

Oberursel - Vernetzung und Nachhaltigkeit sind zwei der Schlagworte, die das aktuelle Projekt der Volkshochschule (VHS) Hochtaunus, die „Barcamp-Reihe“, gut umschreiben. Wie die Begriffe mit Leben gefüllt werden sollen, das stellte das Team hinter der Idee am Montag vor. „Das Thema Nachhaltigkeit beschäftigt uns schon eine Weile“, erklärt VHS-Leiter Carsten Koehnen. So ist die VHS beispielsweise Mitglied des Klimabeirats der Stadt Oberursel, die Kommunikation von Nachhaltigkeitszielen ist ebenso schon länger eins ihrer Themen.

Vertieft werden soll das Ganze ab Ende Februar mit dem sogenannten Barcamp-Konzept. Unter einem Barcamp versteht man eine offene Tagung mit Workshops. Inhalte und Ablauf der Veranstaltung werden von den Teilnehmern zu Beginn der Tagung selbst erarbeitet und im weiteren Verlauf gestaltet und entwickelt. Ziele sind inhaltlicher Austausch und Diskussion, um am Ende im Idealfall bereits konkrete Ergebnisse vorweisen zu können.

„Drei Barcamps sind im Februar, Mai und Juli geplant“, beschreibt Fachbereichsleiter Sebastian Scherer die Vorgehensweise, „und auch für uns sind das zu Anfang Blackboxes, wir sind gespannt, was im ersten Barcamp passieren wird“.

Auf den Projektstart haben die Beteiligten relativ lange hingearbeitet. Zu Beginn stand ein Antrag beim Kultusministerium, um Mittel aus dem Weiterbildungspakt II zu erhalten, Thema „Bildung, nachhaltige Entwicklung und Digitalisierung“. Mit der Bewilligung begann die Umsetzung des Formats „Hybride Barcamps“. Das Besondere hierbei: Die Teilnahme kann in Präsenz oder online erfolgen. Hierzu wurden neben ActivPanels „Eulenkameras“ angeschafft, die den lautesten Sprecher im Raum erfassen und den Inhalt zu den Online-Teilnehmern übertragen. „Dieses hybride Setting ermöglicht zugleich Barrierefreiheit und Flexibilität, im Prinzip kann man von überall her teilnehmen“, so Sebastian Scherer über die innovative Idee.

Impulse setzen

„Wir möchten einen Impuls setzen“, ergänzt Carsten Koehnen, „und die Infrastruktur zur Verfügung stellen.“ Dies umfasst etwa Videokonferenzräume, Clouds oder auch Kalender. Ziel ist es, dass die entwickelten Projekte sich verstetigen, auch ohne festen Raum und Termin eine Eigendynamik entwickeln.

Dass dieses neue Format eine große Herausforderung ist, inhaltlich wie technisch, da sind sich alle einig. Daher setzt die VHS auch in der Vorbereitung auf breite Vernetzung. Mit Eddy Shafiei und Rieke Bönisch sind erfahrene Dozenten mit an Bord, die technischen Support und die Moderation liefern, Lisa Meier-Ebert vom Hochtaunuskreis unterstützt mit ihrem Wissen aus dem Bereich der Umweltbildung. „Der Hochtaunuskreis hat sich auf einen ähnlichen Weg gemacht“, berichtet Meier-Ebert, „wir wurden für das Projekt Global Nachhaltige Kommune Hessen ausgewählt und können so im Rahmen der Agenda 2030 mit Unterstützung externer Fachexperten eine Nachhaltigkeitsstrategie für den Landkreis entwickeln.“ „Wir wollen Nachhaltigkeit kommunizieren, sie soll sichtbar werden“, verdeutlicht Carsten Koehnen. „Schwerpunktmäßig wollen wir uns mit den Nachhaltigkeitsthemen Bildung, Wirtschaft, Umwelt, Mobilität beschäftigen“, umschreibt Rieke Bönisch, die die Barcamps moderieren wird, die „Leitplanken“ und berichtet von beispielhaften Projekten. So gibt es etwa den Taunus Verleih, der Dachboxen, Gerüste, Anhänger und Fahrradträger verleiht, also Gegenstände, die oft nur kurze Zeit im Einsatz sind. Auch mit der Foodsharing-Initiative in Oberursel wären Kooperationen denkbar, vielleicht eine Schnibbelparty, bei der Supermärkte um Lebensmittel angefragt werden und Interessierte dann eine Suppe daraus kochen.

Die Möglichkeiten sind vielfältig, konkret losgehen soll es am 25. Februar mit dem ersten Barcamp. 30 bis 40 Teilnehmer in Präsenz und idealerweise noch mal so viele online sollen mitmachen. Vier Räume hat die VHS reserviert, die je nach Thema besetzt werden können. Und so werden aus Teilnehmenden Teilgebende, findet eine „Enthierarchisierung“ von Wissen statt. Ansonsten gilt: sich mit Neugier und Ideen in ein innovatives Projekt einbringen und lokal etwas bewegen. Alles ist „open“ ... caro

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