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Am Kult-Imbiss des Fritten-Toni

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Fritten-Toni mit seinen Eltern Eddy und Traudel. ksp
Fritten-Toni mit seinen Eltern Eddy und Traudel. ksp © ksp

Sascha Kammerer feiert heute das 25-jährige Bestehen seiner Bude

Oberursel - Dieter Schreiber freut sich auf sein Mittagessen: Heute ist für den Oberurseler und seine Frau „Currywurst-und-Pommes-Tag“. Die Portionen lässt er sich von Sascha Kammerer, den alle nur Fritten-Toni nennen, einpacken. „Die Currywurst und die Pommes hier sind einfach die besten. Hier schmeckt es uns schon seit vielen Jahren“, schwärmt Schreiber.

Am heutigen Samstag feiert Inhaber Sascha Kammerer sein 25-jähriges Budenbestehen. Stammgast Schreiber verrät, dass es neben der gastronomischen Qualität noch etwas ist, was er zu schätzen weiß: Fritten-Toni hat Herz. „Er ist sehr hilfsbereit“, betont Schreiber und erzählt, was ihm vor Jahren passiert ist: „Ich hatte meine Autoschlüssel im Wagen gelassen, das Auto aber war zugeschlossen. Da hat mich Fritten-Toni, obwohl er jede Menge Kundschaft hatte, sofort nach Hause gefahren, um den Ersatzschlüssel zu holen“, erzählt er.

Überhaupt herrscht bei „Fritten-Toni“entspannte Atmosphäre und ein familiärer Umgang. Es „menschelt“ sehr an der Imbissbude mit Kultstatus, die seit einem Vierteljahrhundert an der Kreuzung Frankfurter Landstraße/Zimmersmühlenweg steht. Zum Currywurst-Pommes Teller gibt es vom Chef einen lockeren Spruch. Grundsätzlich wird jeder geduzt, egal, ob Handwerker, Bauarbeiter, Büroangestellter, Senior, Eltern mit Kindern oder Vorstände. Sie alle stehen zur Mittagszeit einträchtig an den Stehtischen und genießen. Wenn es zu turbulent wird, springt seit 25 Jahren Kammerers Mutter Traudel (72) mit ein. „Der Umgang mit den Menschen macht mir einfach Spaß“, sagt Traudel Kammerer. „Und ich helfe gerne.“ Regelmäßig kommt auch Vater Eddy (72) auf eine Currywurscht vorbei.

Mama Traudel war es auch, der Sascha Kammerer seine Imbissbude zu verdanken hat. Denn nach seiner Ausbildung zum Hotelfachmann im Maritim Bad Homburg zog es Kammerer in die Schweiz. Im Fünf-Sterne-Hotel in Zermatt hat er im Service gearbeitet. „1994 habe ich dann irgendwann zu meiner Mama gesagt, wenn du mir eine Imbissbude besorgst, komme ich zurück“, erinnert er sich. 1997 war es so weit, Traudel Kammerer hat den Wunsch erfüllt und den Platz an der Kreuzung aufgetan. „Eröffnet haben wir im November 1997.“ Seit dem wird montags bis samstags jeweils von 10 bis 16 Uhr gebrutzelt.

Das Schöne ist für ihn, dass „im Laufe der Jahre aus so manchen meiner Stammgäste auch gute Freunde geworden sind“, erzählt der 50-Jährige. Woran es liegt, dass seine Bude bereits seit 25 Jahren Pilgerstätte von Freunden des deftigen Imbisses ist, bringt ein weiterer Stammgast auf den Punkt: „Das ist doch völlig klar“, meint Jo Budig. „Bei Fritten-Toni trifft Geschmack auf Persönlichkeit.“

Für Kammerer steht fest, dass ein solches Geschäft nur so lange so gut laufen könne, wenn man, wie er, aus der Gastronomie komme. „Als Quereinsteiger hätte ich es schwerer gehabt.“

In all den Jahren ist so einiges passiert. „Fast hätte einmal eine hochschwangere Frau ihr Kind bei uns an der Bude bekommen. Wir konnten aber rechtzeitig einen Rettungswagen holen.“

Promis als Stammkunden

Und dann verrät er, woher der Name „Fritten-Toni“ kommt. „Toni aus der Schweiz nannte mich mein Kumpel Michael aus Deutschland immer, wenn er mich in Zermatt besucht hat“, so Sascha Kammerer. „Als ich dann meine Imbissbude hatte, war für ihn klar, dass aus mir dann der Fritten-Toni wird“, erzählt er.

Neben diesen „Klassikern“ hat er auch diverse Schnitzel und Leberkäse im Sortiment. Die Currysoße bietet Fritten-Toni in der Variante „normal“ oder „scharf“ an. „Die normale heißt bei uns auch Weichei-Soße“, sagt er. Beide Currysoßen hat er selbst nach einem Geheimrezept kreiert. „Kürzlich hatte ich Besuch vom Küchenchef aus Zermatt, der mittlerweile einen Michelin-Stern hat“, berichtet er. „Im Gepäck hatte er eine Currysauce, die er extra für mich kreiert hat.“ Längst ist der „Fritten-Toni“, der 2008 von einem Fernsehsender zur zweitbesten Imbissbude Deutschland gewählt wurde, über die Grenzen Oberursels hinaus bekannt.

Auch so mancher Promi hat bei Fritten-Toni auch schon seinen Heißhunger gestillt. „Bei uns waren schon Fabian Hambüchen, Mario Adorf und DJ Talla 2XLC, der Erfinder des Begriffs Techno“, plaudert Sascha Kammerer aus dem Nähkästchen. Wer mit Fritten-Toni sein 25-jähriges Bestehen feiern möchte, ist heute goldrichtig. „Ich freue mich, mit meinen Gästen von 11.30 bis 16 Uhr mit Sekt oder auch einem Glühwein auf unser Jubiläum anzustoßen.“

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