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In der historischen Schmiede geht Schmied Michael Engel seiner Arbeit nach.

Oberursel

Mittelalter-Flair in Oberursel 

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Die „Feyerey“ bringt Mittelalter-Flair auf die Wiesen am Bachpfädchen in Oberursel. Die Teilnehmer versetzen sich in eine längst vergangene Welt.

In welcher Zeit bewegen wir uns eigentlich hier? Das kann keiner so genau sagen, ist auch nicht so wichtig. Das Mittelalter ist ein weites Feld in vergangenen Zeitläuften. Wenn es für ein Wochenende an einem kuscheligen Ort auflebt, treffen sich Wikinger und Kelten, Stauffer, Ritter und Templer auf einem Lagerplatz. Leben in Menschen aus dem 21. Jahrhundert ihr Traumleben aus einer anderen Welt. Nicht am Computer, nein, vielfach barfuß im Wiesengrund zwischen den beiden Urselbächen. Am Bachpfädchen, dem Mühlengraben entlang der historischen Mahlmühlenroute, lässt sich gut vom Mittelalter träumen. Und es noch einmal mit Stromanschluss und Dixie-Klo lebendig inszenieren.

Das Bachpfädchen mit dem bewaldeten Wiesengrund vor der Kulisse der Kirche St. Ursula bietet den perfekten Spielplatz für Szenen aus dem Mittelalter. Verklärt zu einem Ort fröhlicher „Feyerey“ mit einem Leben in friedlicher Koexistenz. Edle Herren und schöne Damen lagern nicht weit entfernt vom Falkner, von Kriegern, Gauklern und den „Hübschlerinnen“, wie sich die Freudenmädchen einst nannten, die unter ihren „Benefizangeboten“ neben „Weiblichkeit“ auch „Bejubeln“ und wahlweise „Erniedrigen“ (natürlich rein im virtuellen Raum) auflisten. Jeder spielt hier seine Geschichte, sie kann irgendwo zwischen Schweden, Russland, Zypern und Damaskus zu irgendeiner Zeit stattgefunden haben und wird nun nachgezeichnet.

Smartphones vorhanden

Wie Anna von Rosenberg im Minnegewand im richtigen Leben heißt, das muss niemand wissen. Auf dem Zeltplatz leitet sie das Lager der vornehmen Cronberger Ritter und residiert mit Tochter im Mittelalterkleid in einem geräumigen Schlafzelt, wo sie sich in einem edlen Holzbett unter Felldecken und auf einer Strohmatratze zur Ruhe betten kann. Kleine Schummeleien, also bei der Matratze, sind natürlich erlaubt, die Mittelalter-Epigonen verfügen durchaus auch über Smartphones und kommen im Wohnmobil zum Teil aus weiter Ferne angereist.

Die mittelalterliche Spielwelt mit erwünschtem Publikum – die Feyerey ist ja auch ein Markt für altes Handwerk, für Händler und Hökerer und allerlei zwielichtige Scharlatane – führt die Freunde vergangener Welten seit einem Jahrzehnt alle Jahre wieder am ersten August-Wochenende zusammen. Der örtliche Verein „Ursellis Historica“ (jetzt auch auf Instagram) übernimmt das Patronat. Ein Fest für tausende Besucher, die auf unterschiedlichen Levels die Faszination Mittelalter teilen. „Recken und Edelfrauen“ (ab 16 Jahren) zahlen sechs Taler Eintritt, „Maiden und Knappen“ vier Taler, das gilt auch für „gewandetes Volk“ im Mittelalter-Outfit. Gezahlt wird meist in Talern, der Einfachheit halber wird der Kurs mit dem Euro 1:1 umgerechnet.

Auch der kleine Ritter Jonathan (5) hatte Spaß.  

Am Tresen der Grafentaverne gibt es Metbier und Kirschmet, in der Midgard-Schänke wird auch am Nachmittag schon reichlich Whisky ausgeschenkt, auf dass die Aufführung an der beliebten Wasserguillotine noch mehr Spaß macht und die „Scharmützel der Kämpfer“ auf dem Turnierplatz mit Schwertern, Lanzen und Schildern zur Verteidigung noch echter wirken.

In der „Blagen-Spielstätte“ hantieren die Kinder noch ganz analog mit Bauklötzen, beim Wikinger-Schach werfen gestandene barfüßige Männer im Leinenrock mit Holzstäben auf mit Zahlen markierte Hölzer. Ein Höhepunkt immer wieder das pöbelnde Gauklerpack der Galgenbrüder auf der Hauptbühne und die Feuershow auf dem Turnierplatz, wenn die Abendsonne schon längst hinter St. Ursula untergegangen ist – aber das letzte Horn voll Met noch lange nicht getrunken ist.

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