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Adieu Tristesse

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Von: Götz Nawroth-Rapp

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Bäcker an Bäcker und Billigketten in der Vorstadt. Das gefällt keinem.
Bäcker an Bäcker und Billigketten in der Vorstadt. Das gefällt keinem. © Rolf Oeser

Die Stadt Oberursel plant eine Offensive, um die Innenstadt fürs Shopping attraktiver zu machen. 167 Läden werden jetzt von Experten unter die Lupe genommen.

Für die verbliebenen alteingesessenen Händler könnte es eine gute Nachricht sein: Die Stadt plant nun eine Entwicklungs-Offensive für die Innenstadt. Der Einzelhandel soll anspruchsvoller werden, mehr Kunden auch von außerhalb sollen sich künftig in Oberursel nach Waren von hoher Qualität umsehen und dabei ihren Weg auch in die Traditionsgeschäfte finden. „Positive Impulse für neue Investitionen“ will Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) bieten. Da müsse jedoch „mit viel Bedacht“ angesetzt werden. Deshalb hat die Stadt bei der Düsseldorfer Unternehmensgruppe Iandus ein Gutachten über die Struktur des Einzelhandels bestellt.

Der Preis für diesen Rat der Fachleute blieb zunächst ungenannt. 167 Läden wurden für die Expertise unter die Lupe genommen, sagt Iandus-Ökonomin Stephanie Michaelsen auf Rundschau-Anfrage. Zwei Drittel der Läden entsprächen nicht mehr den modernen Ansprüchen, sagt Michaelsen. Die Vorstadt leide zudem darunter, dass sie aufgebaut sei wie eine Einbahnstraße für Fußgänger. „Die Leute gehen dann deutlich schneller“. Eine neue Wegeführung, „städtebauliche Faszinationspunkte“ und ein zeitgemäßer Händlermix könnten zum Verweilen einladen.

Areal um Stadthalle soll entwickelt werden

Zwar habe die Stadt eine „1A-Einkaufslage“ und die Kleinteiligkeit der Oberurseler Shoppinglandschaft „viel Charme“, wie Michaelsen betont. Die Mischung derzeit aber beinhalte etwa in der Kategorie „Bekleidung, Wäsche, Schuhe“ nur einen Händleranteil von 14,2 Prozent. „Über 45 Prozent sollten es sein.“ Auch werde zu wenig für technikbegeisterte Shopper geboten: Die Sparte „Unterhaltungselektronik, IT, Audio“ ist mit gerade mal 1,8 Prozent vertreten, über fünf Prozent sollten es laut Michaelsen schon sein. Die Innenstadt ist in die Jahre gekommen, großzügige Verkaufsflächen sind Mangelware. Diese aber werden benötigt, um die Stadt auch für die Anbieter in den genannten „Faszinationsbranchen“ attraktiv zu machen. „Dafür braucht man Flächen zwischen 200 und 2000 Quadratmetern“, meint Michaelsen. Die bestehenden Händler profitierten dabei von den neuen Kunden.

Eines der wenigen größeren Ladengeschäfte ist bislang das ehemalige Sporthaus Taunus an der Kumeliusstraße, das im Frühjahr mit einer neu gestalteten Fassade reüssieren soll. Dort sollen dann wieder Sportartikel verkauft werden (Die FR berichtete).

Die Stadtverwaltung bringt noch ein Areal in die Diskussion ein, das bislang nicht mit Einzelhandel in Verbindung gebracht wurde: Den Bereich des Rathauses und der Stadthalle. Hier gibt es Flächen, die nach Meinung von Bürgermeister Brum noch deutliches Potenzial haben. Die künftige Entwicklung des Areals sei mitentscheidend für die Zukunft des Einzelhandels in Oberursel, ist sich Brum sicher.

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