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Lasst Blumen sprechen: Peace-Zeichen vor dem Kriegerdenkmal.

Oberursel

Neues Friedensbündnis in Oberursel wirbt für Ostermarsch

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Mit dem "Oberurseler Aufruf" wollen Vereine und Parteien mehr Oberurseler dazu bewegen, beimj Ostermarsch in Frankfurt für den Frieden zu demonstrieren.

Einige Zeit habe auch er „ein bisschen geschwänzt“, gibt Robert Kommraus zu. In den 80ern, zu Zeiten des Nato-Doppelbeschlusses, noch ein ständiger Teilnehmer an den Ostermärschen, sei er erst seit ein paar Jahren wieder regelmäßig dabei, berichtet der Sprecher der „Peace AG“ im Oberurseler Verein Kunstgriff.

„Die Situation wird brisanter“, sagt Kommraus und begründet das mit den zahlreicher werdenden Kriegen in aller Welt, der Kündigung wichtiger Abrüstungsabkommen durch den US-Präsidenten Donald Trump, aber auch die zunehmende Aufrüstungsrhetorik in Deutschland.

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Kunstgriff-Peace AG einen Aufruf veröffentlicht, um wieder mehr Oberurseler dazu zu bewegen, am Ostermontag in Frankfurt für den Frieden zu demonstrieren. Nicht ohne Erfolg: Sei man sonst mit 20 Frauen und Männern unterwegs gewesen, habe man die Zahl auf diese Weise bereits verdoppeln können, bilanziert Robert Kommraus.

Beim Ostermarsch dabei: Vertreter von SPD, Grünen, Linken und Attac

Nun hofft er auf eine noch größere Beteiligung. Denn erstmals hat sich in Oberursel ein Zusammenschluss aus Vertretern von Kunstgriff, Attac und mehreren Parteien gebildet, die gemeinsam zum Ostermarsch nach Frankfurt aufbrechen wollen. In einem gemeinsamen „Oberurseler Aufruf“ fordern sie darüber hinaus weitere Mitstreiter auf, sich anzuschließen.

Bei einem Treffen am vergangenen Freitag hatten sich jedenfalls schon einmal 30 Menschen am Kriegerdenkmal an der Konrad-Adenauer-Allee versammelt, um das Bündnis öffentlich zu präsentieren – und das Peace-Zeichen aus rund 1000 Osterglocken zu bewundern, die von den Kunstgriff-Aktivisten im vergangenen August gepflanzt worden waren.

Gekommen waren Vertreter von SPD, Grünen und Linken. Es sei gut, in dem Bündnis überparteilich gemeinsame Ziele vertreten zu können, sagte die Oberurseler SPD-Vorsitzende Antje Runge. „Deswegen unterstützen wir den Aufruf.“ Mit Blick auf die aktuelle Diskussion in der Bundesregierung über Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien, betont Runge: „Ich bin klar gegen Waffenexporte in Krisengebiete und Diktaturen.“

Ostermarsch in Frankfurt kollidiert mit Ostereiersuchen in Oberursel

Wie viele Oberurseler Sozialdemokraten am kommenden Montag nach Frankfurt aufbrechen werden, konnte die Vorsitzende aber noch nicht sagen. Schließlich kollidiert der Termin mit einer anderen wichtigen Tradition – dem Ostereiersuchen, zu dem die SPD für 11 Uhr in den Camp-King-Park einlädt.

„Wir können gut zusammenarbeiten“, findet Dieter Andernacht, der Die Linke im Oberurseler Magistrat vertritt. Man habe aber nicht nur Parteien des linken Spektrums eingeladen, sich an dem Friedensbündnis zu beteiligen, betont Robert Kommraus, sondern auch CDU, FDP und OBG.

Vielleicht sind Vertreter dieser Parteien ja dabei, wenn der Verein Kunstgriff am 1. September in der Adenauer-Allee sein erstes Friedensfest feiert. Es werde den Abschluss des „Orscheler Sommers“ bilden, kündigt Clemens Metzdorf an, der ebenfalls der „Peace AG“ angehört. Genaueres wollte er aber noch nicht verraten. „Wir sind noch in der Planung.“

Ostermarsch 2019

Das Oberurseler Bündnis  trifft sich am Ostermontag, 22. April, auf dem Bahnhofsvorplatz. Um 10 Uhr bricht eine Fahrradgruppe nach Rödelheim auf. Die übrigen Friedensdemonstranten fahren um 10.19 Uhr mit der S-Bahn ebenfalls nach Rödelheim.

Auch aus Bad Homburg  macht sich eine Gruppe um die Aktion „Aufstehen“ auf den Weg. Treffpunkt ist um 11 Uhr am Alten Marktplatz. Von dort geht es zum Bad Homburger Bahnhof und mit der S-Bahn weiter nach Frankfurt.

Der Frankfurter Ostermarsch  startet an verschiedenen Stellen der Stadt und führt als Sternmarsch zum Römer, um 13 Uhr ist die Abschlusskundgebung. www.friedenskooperative.de

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