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Oberursel, nachhaltig

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Oberursel von oben.
Oberursel von oben. © FR/Müller

Senf aus dem Eimer am Bratwurst-Stand, die U-Bahn fährt mit Öko-Strom und die Parkplätze sind nur für Notfälle - die nächste Hessentagsstadt Oberursel soll zum Modell für Nachhaltigkeit werden.

Von Jürgen Streicher

Als leuchtendes Vorbild für die Zukunft will Staatssekretär Mark Weinmeister aus dem Umweltministerium das Oberurseler Modell in Wetzlar, Vellmar und Bensheim vorstellen. Die Hessentagsstädte der Jahre 2012 bis 2014 sollen von den Oberurseler Erfahrungen beim ersten „nachhaltigen Hessentag“ profitieren. Mit Schlagworten wie Klimaneutralität, Energieeffizienz, umweltgerechter Mobilität und Ressourcenmanagement wurde gestern am 1. Hessischen Tag der Nachhaltigkeit für das Landesfest 2011 geworben. Ein passendes Werbe-T-Shirt hat der Staatssekretär schon bekommen, der auf dem Weg, vom klimaneutralen Frühstück an einem Bensheimer Gymnasium zum nächsten Termin, eine kurze Visite in Oberursel machte.

Großparkplätze für 16000 Autos wird die Stadt auf bisher landwirtschaftlich genutzter Fläche anbieten. Auch das passe ins Konzept der Nachhaltigkeit, sagte Bürgermeister Hans-Georg Brum, denn die Flächen für Landesausstellung, Großveranstaltungen und Parkplätze würden – wie lange geplant – nach dem Hessentag zu Wohnbau- und Gewerbegebieten. Nachhaltig, so die Definition, sei der „Dreiklang von Ökologie, Sozialem und Ökonomie“. Laut Weinmeister sei der „Grundgedanke, die Parkplätze nicht zu nutzen“.

In der Marketingstrategie für den Hessentag soll nämlich die gute ÖPNV-Anbindung Oberursels eine wichtige Rolle spielen. Der Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF), Michael Budig, kündigte gestern an, dass bereits ab Dezember zum Fahrplanwechsel die U3 mit Drei-Wagen-Zügen die 11 Stationen in Oberursel anfahren wird. Die Haltestelle am Bahnhof ist die letzte, die dafür noch fit gemacht werden muss, der Umbau beginne im Oktober. Ab 1. Januar werde die VGF nur noch Ökostrom aus österreichischen Wasserkraftwerken nutzen, sagte Budig. Beim Hessentag soll die Frequenz der Züge aus Frankfurt bis zum Bahnhof Oberursel verdoppelt werden. Mit der Stadt werde über Kombi-Tickets verhandelt, die Park- und U-Bahn-Kosten abdecken.

Nachhaltige Projekte beim Hessentag seien laut Umweltberater Jens Gessner etwa die Sonderausstellung „Der Natur auf der Spur“ mit Forum für lokale und regionale Akteure, ein zentraler Ort für Informationen und Aktionen zum Thema Energieeffizienz und das Abfallmanagement. Alle Standbetreiber würden verpflichtet, auf Einwegmaterialien zu verzichten, Portionspackungen würden untersagt, der Abfall strikt getrennt entsorgt.

Der Hessentag soll möglichst klimaneutral über die Bühne gehen, ein Ingenieurbüro werde den Prozess der Datenerhebung begleiten. Für jegliche Überschreitung der Emissionen würden Zertifikate gekauft und andere Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen.

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