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Noch hat die Feuerwehr ihre Wache in der Marxstraße

Stadtentwicklung

Feuerwehr Oberursel braucht mehr Platz

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Weil die Wache in der Innenstadt aus allen Nähten platzt, soll an der Lahnstraße ein neues Gefahrenabwehrzentrum entstehen. 

Der Beton platzt ab, die Abgase landen ungefiltert in der Fahrzeughalle und einige der Einsatzwagen müssen wegen Platzmangels sogar ungeschützt im Freien stehen. Die zentrale Feuerwehrwache in der Marxstraße platzt schon seit Jahren aus allen Nähten.

Abhilfe schaffen soll der Neubau eines sogenannten „Gefahrenabwehrzentrums“, in dem auch der Brand- und Zivilschutz und Teile des Katastrophenschutzes unterkommen sollen. Entstehen soll es auf einem knapp drei Hektar großen Areal an der Lahnstraße. Damit liege die Feuerwache weiterhin im Zentrum der Stadt, betont Stadtkämmerer und Feuerwehrdezernent Thorsten Schorr (CDU).

Geplant sind insgesamt vier Gebäude. In einem dreigeschossigen Bauwerk sollen Verwaltung, Ausbildung, Aufenthaltsräume und Lagerflächen entstehen. Hinzu kommen drei zweigeschossige Gebäude: die Fahrzeughalle, eine weitere Halle für Abrollbehälter und ein Gebäude mit Werkstätten, Betriebswohnungen und einem Raum für Atemschutzübungen. Als Bauherr soll die städtische Bau und Service Oberursel (BSO) fungieren.

Noch befinden sich auf dem Areal an der Lahnstraße Kleingärten. Man sei aber in „konstruktiven Gesprächen“ mit dem entsprechenden Verein, teilte Thorsten Schorr mit. Die Stadt will den Kleingärtnern Ersatzparzellen anbieten. Details wollte Schorr dazu noch nicht verraten. Das avisierte Gelände befinde sich noch nicht im Eigentum der Stadt.

Verkehrserschließung in Oberursel knifflig

Recht knifflig gestaltet sich die Verkehrserschließung für das neue Gefahrenabwehrzentrum. Wie der Leiter der Oberurseler Verkehrsplanung, Uli Molter, erläutert, sind unterschiedliche Routen für Einsatzkräfte, Feuerwehrfahrzeuge und Besucher nötig. So soll die Feuerwehr bei Einsätzen direkt auf die vielbefahrene Lahnstraße rollen können. Damit es nicht zu Verzögerungen kommt, ist eine Schrankenanlage mit automatischer Grünphase vorgesehen. Das sei mit der Landesverkehrsbehörde Hessen mobil schon abgestimmt, teilt Molter mit. Die Zufahrt für die anrückenden Brandschützer soll über die Dornbachstraße erfolgen, Besucher sollen das Gelände über die Mainstraße erreichen.

Voraussetzung für das Gefahrenabwehrzentrum ist ein neuer Bebauungsplan. Über dessen Aufstellung beschließen die Stadtverordneten am 14. Februar. Auch der Flächennutzungsplan muss geändert werden. Er sieht an der Lahnstraße noch eine Grünfläche vor. Dass es Probleme mit Anwohnern gibt, erwarten Thorsten Schorr und Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) nicht. Zwar befindet sich direkt an dem Gelände ein achtstöckiges Wohngebäude. Aber auch in der Marxstraße gebe es direkte Anwohner – und bislang keinen Ärger. Für kommenden Montag ist ein Infoabend geplant.

Auf einen Zeitplan für den Bau des neuen Feuerwehrzentrums möchte sich Thorsten Schorr nicht festlegen lassen. Die Hoffnung, es 2022 eröffnen zu können, werde sich aber wohl nicht erfüllen. Auch was die Kosten angeht, hält sich der Feuerwehrdezernent noch bedeckt. Die Rede war bislang von 10 bis 15 Millionen Euro. Ein Teil der Kosten soll über den Verkauf des jetzigen Geländes an der Marxstraße gedeckt werden. Wegen seiner zentralen Lage bietet sich eine Vermarktung als Wohngebiet an.

Einsätze der Feuerwehr in Oberursel 

In Oberursel gibt es fünf Stadtteilwehren mit zusammen rund 250 aktiven Frauen und Männern.

Die Feuerwehr rückt pro Jahr zu 700 bis 800 Einsätzen aus. Mehr als die Hälfte davon entfällt auf die Feuerwehr Oberursel-Mitte mit Sitz in der Marxstraße. twe

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