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Das Oberhof-Konzept steht

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Der Oberhof soll Treffpunkt der Ober-Erlenbacher werden.
Der Oberhof soll Treffpunkt der Ober-Erlenbacher werden. © FR/Oeser

Eine Genossenschaft soll die Staatsdomäne im Bad Homburger Stadtteil Ober-Erlenbach sanieren und als Gemeindezentrum betreiben. Noch gehört das Areal aber dem Land Hessen.

Von Anton J. Seib

Die Zukunft des Oberhofs in Ober-Erlenbach soll in den Händen einer Genossenschaft liegen. Darauf haben sich die Stadt und der Verein Lebensraum Oberhof geeinigt. In dem Hofgut aus dem frühen 19. Jahrhundert soll ein multifunktionales Gemeindezentrum mit Wohnungen, sozialen und kulturellen Einrichtungen entstehen. Noch aber ist die Staatsdomäne im Eigentum des Landes Hessen, die Verkaufsverhandlungen stocken. Deshalb will Oberbürgermeister Michael Korwisi (Grüne) Anfang des neuen Jahres mit dem Wirtschaftsministerium Gespräche über den Verkauf führen.

Das Konzept, an dem neben dem Verein Lebensraum maßgeblich der Frankfurter Städteplaner Martin Wentz mitwirkte, sieht folgendes vor: Die Stadt erwirbt das Objekt und gibt es in Erbpacht an eine noch zu gründende Genossenschaft weiter, die den Oberhof saniert und betreibt. Genossen könnten die Vereinsmitglieder und weitere Ober-Erlenbacher Bürger sein. Wentz: „Sie zahlen Einlagen von etwa 10000 und 20000 Euro, erwerben damit Mietrechte und schaffen einen Eigenkapitalstock.“

Die Genossenschaft wiederum vermietet die Räume weiter und kommt so zu weiterem Eigenkapital. Ein Modell, das laut Wentz bei Banken besser ankommt als etwa Investorenmodelle.

Die Stadt wiederum bleibt als Erbpachtgeber, als Bürge für die Finanzierung und als künftiger Mieter weiter im Boot. Korwisi: „Natürlich unterstützt die Stadt die Genossenschaft auch logistisch und organisatorisch.“

Das Nutzungskonzept kommt bei der Bevölkerung gut an. „Wir haben rund 1600 Unterstützungsunterschriften gesammelt“, sagt Antje Riedl vom Verein Lebensraum. Im Oberhof soll generationenübergreifendes Wohnen angeboten werden. Denkbar sind weiterhin die Unterbringung der Sozialstation, Praxisräume für Ärzte, Kunst- und Kulturbetrieb sowie Bildungsangebote wie Volkshochschule, Musikschule, Stadtbücherei oder eine Jugend- und Seniorenwerkstatt.

Schwierig gestaltet sich der Ankauf der denkmalgeschützten Anlage. Das städtische Angebot liegt laut Korwisi deutlich unter der Hälfte des Preises, den das Land erzielen möchte. Aber die Hessische Landgesellschaft (HLG), die die Domäne für das Land Hessen verwaltet, sei unbeweglich. Dabei sei Eile geboten. Das Gebäude stehe im dritten Winter leer, die Schäden nähmen zu. Korwisi: „Es kann nicht sein, dass die öffentliche Hand ein Denkmal verfallen lässt.“

HLG-Geschäftsführer Harald Müller gibt den Schwarzen Peter zurück. Die HLG verlange den gutachterlich festgelegten Verkehrswert. Über die Höhe machte er keine Angaben. Man habe „keine utopischen Vorstellungen“, wisse aber um den Wert des Grundstücks. „Ich kann der Stadt nur raten, zu konstruktiven Verhandlungen zurückzukehren“, sagte Müller gestern auf Anfrage.

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