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Obdachlose bleiben an den Drei Hasen

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Die Stadt beharrt auf der gemeinsamen Unterbringung von Flüchtlingen und Obdachlosen in der Gemeinschaftsunterkunft An den Drei Hasen.

Das Stadtparlament hat am Donnerstagabend mit den Stimmen von CDU, FDP und OBG die von den Grünen geforderte Schließung der Obdachlosenunterkunft abgelehnt und ist damit mehrheitlich der Linie von Sozialdezernent Dieter Rosentreter (FDP) gefolgt. Die Grünen wollen eine dezentrale Unterbringung der Obdachlosen, da die Zusammenlegung mit den Asylbewerbern „erhebliches Konfliktpotenzial“ biete.

Als die Grünen den Antrag stellten, war noch nicht bekannt, dass ein als Obdachloser im Asylbewerberheim untergebrachter Mann dort 2008 zwei Mädchen missbraucht und pornografische Filme gedreht hat. Die Stadt habe inzwischen davon erfahren, bekannte Rosentreter vor dem Parlament, die Information aber gegenüber den Parlamentariern zurückgehalten, um „nicht zu verunsichern“, so Rosentreter. Eine vermeintliche Messerattacke, die Christina Herr von den Grünen in der Diskussion anführte, sei im Rathaus jedoch nicht bekannt.

Die Stadt mietet bei Bedarf Räume für Obdachlose in der Gemeinschaftsunterkunft an. Derzeit sind dort laut Rosentreter vier Menschen so untergebracht. In der früheren Obdachlosenunterkunft in der Lorsbachstraße haben meist rund 20 Menschen gelebt.

Dort hat es immer wieder Ärger mit Nachbarn wegen Streitigkeiten und Lärmbelästigung gegeben. Es war 2006 politischer Wille aller Fraktionen, das städtische Haus aufzugeben. In einem Gemeinschaftsprojekt mit der Caritas werden obdachlos gewordene Menschen seitdem bei ihrer Reintegration unterstützt. Wohnungen für Obdachlose vorhalten, wie es die Grünen wünschen, will die Stadt nicht. Rosentreter lehnt dies aufgrund des großen Andrangs auf frei werdende Sozialwohnungen strikt ab. ( jüs)

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