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Zum Nulltarif in Bus und Bahn

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Warten auf den Bus.
Warten auf den Bus. © R.Hoyer

Jeder Einwohner soll künftig Busse und Bahnen im Stadtgebiet kostenlos nutzen können. Diesen Vorschlag machen die Grünen in Oberursel. Zahlen sollen dafür alle - auch wenn sie den ÖPNV gar nicht nutzen.

Von Jürgen Streicher

Die Berechtigung dazu könnte ein „Oberursel Ticket“ geben, an dessen Finanzierung sich „folgerichtig“ alle Einwohner beteiligen müssten. So steht es im Kommunalwahlprogramm der Grünen, das in einer öffentlichen Mitgliederversammlung beschlossen wurde. Die Grünen sind die erste Partei, die offenlegt, womit sie bei der Kommunalwahl im Frühjahr 2011 punkten will.

Die Ticket-Kosten sollen alle bezahlen – auch wer Bahn und Bus nicht nutzt. Die Grünen wollen daher im Wahlkampf mit den Bürgern über eine „Nahverkehrsabgabe“ und über eine Erhöhung der Parkgebühren diskutieren. „Uns ist bewusst, dass diese – für viele ungewohnte – Idee nur mit einer breiten Akzeptanz in der Bevölkerung eine Chance auf Verwirklichung hat“, heißt es auf Seite 20 des noch druckfrischen Programms. Auf der Grünen-Homepage stößt der Besucher noch auf das Wahlprogramm von 2006.

Attraktiver Nahverkehr

Das „Oberursel Ticket“ ist Teil des Abschnitts „Attraktivierung des öffentlichen Nahverkehrs und Verbesserungen für Radfahrer und Fußgänger“ im Programm. Funktionieren könne es nur, wenn der ÖPNV insgesamt kundenorientierter würde – durch verbesserte Streckenführung und Taktung der Fahrzeiten bei den Bussen, Ausstattung und Komfort der Haltestellen mit Info-Systemen. Zugleich müsse das längst beschlossene Radverkehrskonzept endlich umgesetzt werden.

Fünf Abgeordnete stellen die Grünen derzeit im 45-köpfigen Stadtparlament, 11,4 Prozent der Wählerstimmen haben sie 2006 bekommen. Mit einer neuen Mehrheit wollen sie „nachhaltige Antworten auf die Zukunftsfragen für Oberursel“ geben. Klare Aussagen dominieren bei den wichtigsten aktuellen Streitpunkten städtischer Politik, der potenzielle Wähler soll wissen, welche Richtung bei einer neuen Koalition eingeschlagen werden soll.

Grüne Politik heißt dem Programm zufolge auch nach der Wahl „Nein zum Borngrund“, der von der CDU/FDP-Koalition verfochtenen Bebauung eines Grünzuges am Ortsrand von Stierstadt. Und Ablehnung einer Südumfahrung Weißkirchen. Mit einer neuen Mehrheit unter Beteiligung der Grünen werde es auch keine Golfplatz-Pläne und keinen Verkauf des Altkönig-Sportplatzes für Villenbebauung geben, aber ein klares „Ja zum Neubaukonzept für Hallenbad und Freibad“.

Ein großes Thema der nächsten Wahlperiode wird nach den Großbaustellen zum Hessentag die neue Oberurseler Mitte sein. Zentraler Punkt dabei ist das Rathaus – die Grünen plädieren für Abriss und Neubau, weil eine energetische Sanierung nicht mehr lohnen würde. Mit den anderen Parteien sind sich die Grünen einig, dass der Rathausplatz im Rahmen eines Gesamtkonzeptes umgestaltet werden muss, um ihn aufzuwerten und den innerstädtischen Handel zu stärken.

Das Wahlprogramm haben Parteimitglieder, Mandatsträger, interessierte Bürger und, so die Grünen, „Nichtpolitiker“ formuliert.

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