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Im Notfall kühler Kopf

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Wetteraukreis weist Klage über Wartezeit zurück

Von Jana Tempelmeyer

Bei einem Notruf sind die fünf „W“ entscheidend: Was ist passiert, wer ist betroffen, welche Verletzungen liegen vor, wie viele Menschen sind verletzt, und wo hat sich das Unglück ereignet? Die Einsatz-Leitstellen wollen schnell klären, ob es sich um etwas Lebensgefährliches – etwa Schlaganfall oder Herzinfarkt – handelt, ehe der Rettungswagen startet.

Nicht schnell genug ging es einer älteren Frau vergangene Woche in Bad Vilbel. Auf der Frankfurter Straße war sie gestürzt und „mit voller Wucht auf den Brustkorb aufgeschlagen“, berichtet Ruby Schneider, die den Notruf wählte. Doch der Mann, der in der Leitstelle den Hörer abnahm, habe sie brüsk angefahren, ob ein Herzinfarkt oder eine Knochenfraktur vorliege. Nachdem Schneider gesagt hatte, keine Diagnose stellen zu können, soll der Mann einfach aufgelegt haben. Nach 15 Minuten sei immer noch kein Rettungswagen da gewesen. Schneider rief erneut den Notruf, irgendwann sei der Wagen dann gekommen und brachte die Frau in die Unfallklinik nach Frankfurt.

Kreispressesprecher Michael Elsaß sagt, dass Ruby Schneider sehr aufgeregt gewesen sei. Nach Prüfung der Tonbandmitschnitte stehe fest: „Der Rettungsdienst traf nachweislich sechs Minuten nach dem ersten Anruf ein.“ Zwischen dem ersten und dem zweiten Anruf seien exakt zwei Minuten verstrichen. „Es ist nicht so gewesen, wie die Anruferin erzählt hat“, berichtet Elsaß. Außerdem habe auch nicht der Mitarbeiter der Leitstelle aufgelegt, sondern die Anruferin selbst.

Landrat Joachim Arnold (SPD sagt: „Alles ist optimal gelaufen, mit Ausnahme der Meldung.“ Bei einem Notfall gelte es, einen kühlen Kopf zu bewahren.

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