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Nordhessen im Blick

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Von: Olaf Velte

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Richtfest im Hessenpark: Jens Scheller schlägt zu.
Richtfest im Hessenpark: Jens Scheller schlägt zu. © M. Schick

Im Hessenpark soll die Baugruppe Nordhessen vorangebracht werden. Die Martinsklause ist im Bau, die Windmühle soll für Besucher geöffnet werden. Ansonsten ist die Saison 2013 von neuen Angeboten wie Fahrrad- und Apfel-Tag geprägt.

Einst stand sie am Rande des Knüllgebirges, künftig wird sie im Hessenpark bei Neu-Anspach eine tragende Rolle spielen. Zum gestrigen Richtfest der im Wiederaufbau befindlichen Martinsklause hatten sich auch siebzig Bewohner der Herkunftsgemeinde Remsfeld eingefunden. Museumsdirektor Jens Scheller – der mit Verve den letzten Stift ins Balkenwerk trieb – hatte eine Stunde zuvor von dem „Identifikationspotenzial historischer Gebäude“ gesprochen.

Nachdem im vergangenen Jahr solche prägenden Bauwerke wie die Synagoge aus Groß-Umstadt oder die Kohlgrunder Kirche neu eröffnet werden konnten, steht auch die anstehende Saison im Zeichen baulichen Zuwachses. So wird das direkt hinter der Kasse gelegene Haus aus Münchhausen fortan Sonderausstellungen beherbergen. Nach sieben Jahren, in denen es eingerüstet stand, soll es am kommenden Freitag – pünktlich zum Hessenpark-Auftakt 2013 – mit „Der Hessenpark lebt!“ in Betrieb gehen. Unter dem neuen Museums-Motto sind Entwürfe ausgestellt, die im Rahmen eines Design-Wettbewerbs von Studenten der Offenbacher Hochschule für Gestaltung kreiert wurden.

Neben dem sanierten Haus aus Breitenbach mit seiner ländlichen Mietshaus-Anmutung öffnen sich ab dem 21. April auch die Türen zu dem aus der Rhön stammenden Altenteilerhaus, das der Baugruppe Osthessen neue Impulse geben soll. Richtungsweisend, so Scheller, seien die Aktivitäten im Sektor Nordhessen. Dort werde die seither nur selten geöffnete Kappenwindmühle frei zugänglich gemacht. „Viele Besucher interessieren sich für die Maschinerie des faszinierenden Bauwerks.“ Von dem Müllerhandwerk ist es nicht weit bis zu der neuen Drechslerei, die in der Hofanlage Emstal-Sand untergebracht wurde. In Kooperation mit dem Drechslerstammtisch Rhein-Main sind regelmäßige Vorführungen geplant.

Das pädagogische Angebot des Freilichtparks hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgeweitet: Eine Vielzahl von Themenführungen, Mitmach-Aktionen und Fachvorträgen grundieren das reichhaltige Programm. Dem Chef ist es dabei vorbehalten, den Saisonstart einzuläuten: Jens Scheller führt am 10. März, ab 15 Uhr persönlich durchs Gelände.

„Alt und Jung“ ist das Thema der großen Sonderpräsentation, die ab Mitte April in der Stallscheune Asterode gezeigt wird und in Kooperation mit dem Ausstellungsverbund „Arbeit und Leben“ entstanden ist. Während hier der demografische Wandel aktueller Hintergrund ist, verweist die lange geschlossene Dauerausstellung zur Landwirtschaft auf längst aus der Mode gekommene Bewirtschaftungsmethoden.

Ein „Tag des Fahrrades“ im Juni komplettiert den Veranstaltungsreigen ebenso wie das neu konzipierte „Apfelfest“ im Herbst. Die Grundsanierung des historischen Gebäudebestandes wird Begleiterscheinung bis mindestens 2027 bleiben.

In Planung befinden sich daneben auch einige Neubauten. Das Magazin zur Lagerung der 150000 Museumsobjekte wird erweitert, das gewünschte Eingangsgebäude an den Start gebracht. Bis zum Frühjahr 2014 soll die Umgestaltung der Westerfelder Scheune abgeschlossen sein. „Eine knifflige Aufgabe“, so Jens Scheller. Der Marktplatz soll weiterhin frei zugänglich bleiben, ein Haftetikett die Eintrittskarte ersetzen.

Auch in diesem Jahr wird der Wandel eine feste Größe sein. Und das Werden. Noch wächst, was den Hessenpark der Zukunft prägen wird. Wie jene Schenke aus Remsfeld, die gestern von einem nordhessischen Männerchor besungen wurde und in der sich durstige Menschen im Sommer 2014 niederlassen.

Informationen: www.hessenpark.de

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