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Nichts geht auf dem Weg in den Taunus

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Von: Andrea Herzig

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Den Stau in Richtung Saalburg wird es noch lange geben.
Den Stau in Richtung Saalburg wird es noch lange geben. © Michael Schick

Die PPR-Kreuzung in Bad Homburg und die B456 über die Saalburgkuppe bleiben die Problemzonen auf dem Weg in den Taunus. Bad Homburg will den vierspurigen Ausbau der Straße nicht, der Tunnel ist Geschichte und der „kleine Ausbau“ der PPR-Kreuzung ist verschoben.

Bürgermeister Karl-Heinz Krug (SPD) kann die Diskussion um einen vierspurigen Ausbau der Saalburgchaussee nicht verstehen. Für ihn ist das eine „Phantomdiskussion“. Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) denkt ähnlich. Die Meinung der Stadt in dieser Causa ist fest und durch mehrere Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung gestützt: Bad Homburg will den vierspurigen Ausbau der Saalburgchaussee, auf Amtsdeutsch den Ausbau der B 456 zwischen dem Wehrheimer Kreis und der Hohemarkstraße in Oberursel, nicht.

Keine Nachfrage des Bundesverkehrsministeriums

Andere als die Spitze der Stadtverwaltung scheucht der kürzlich veröffentlichte Bundesverkehrswegeplan mehr auf. In dem Plan war der Ausbau auf die Stufe „vordringlich“ gerückt worden. Ohne dass bei der Stadt zuvor jemand aus dem Verkehrsministerium in Berlin nachgefragt hat, wie sich die Lage vor Ort entwickelt habe, wie OB Hetjes sagt.

Das sei auch nicht üblich, erklärt der SPD-Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Schabedoth. Das Verkehrsministerium werde ausschließlich von Hessen Mobil informiert, auch die örtlichen Abgeordneten würden nicht gefragt. Hessen Mobil habe das Ausbauprojekt offenbar für dringlich befunden.

Markus Koob, Schabedoths CDU-Kollege im Bundestag, merkt an, dass die Bewertung des Ministeriums keine politische, sondern eine Bewertung des (sehr hohen) Kosten-Nutzen-Faktors sei. Die jetzige Planung sei im Wesentlichen eine Fortschreibung des aktuell gültigen Bundesverkehrswegeplans. Die vierspurige Planung im Entwurf sei dabei aber „nicht in Stein gemeißelt“.

Die Dornholzhäuser Bürgervereinigung gegen den Ausbau der Saalburgchaussee wehrt sich schon seit 40 Jahren gegen das Projekt und hat jetzt Alarm geschlagen. Auch die BLB macht Front gegen den Ausbau. Der Magistrat möge beschließen, den Ausbau aus dem Verkehrswegeplan zu nehmen, fordert BLB-Fraktionschef Armin Johnert, die Einspruchsfrist gegen die Pläne des Bundes laufe am 2. Mai ab. BLB-Vorsitzende und Magistratsmitglied Beate Fleige brachte in dem Verwaltungsgremium einen Dringlichkeitsantrag ein

OB Hetjes sieht für eine Initiative des Magistrats keinen Grund. Man habe mehrere Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung, die den vierspurigen Ausbau ablehnen, der jüngste stammt aus dem Jahr 2012, dem Jahr, in dem die Tunnelbaupläne vom Regierungspräsidium wegen der Finanzlage des Hochtaunuskreises gekippt worden waren. Die Stadt hat dem Bundesverkehrsministerium eine Stellungnahme geschickt, in der sie die Ablehnung des Ausbaus durch die Stadtverordnetenversammlung erneut mitteilt.

Auf vier Spuren nur schneller zum Stau

Am Ausbau der PPR-Kreuzung hängt auch der Ausbau der B 456. Bislang käme man, so der Abgeordnete Schabedoth, auf einer vierspurigen Bundesstraße doch nur schneller zum Stau an der PPR-Kreuzung. Wie es dort vorangehen soll, ist unklar. „Der Tunnel ist tot“, urteilt OB Hetjes. Dass aber etwas passieren muss mit der Kreuzung, sei klar. Doch auch die lang geplante „kleine Lösung“, ein Umbau, die etwas mehr Verkehrsfluss verspricht, wird 2016 nicht umgesetzt.

Formal gesehen, weil die Wahlen viele Fristen für Beschlüsse knapp werden ließen. Das Tiefbauamt der Stadt stellte 14 bis 18 Wochen Bauzeit in Aussicht, das gehe nur mit den Sommerferien, eine Umsetzung sei dieses Jahr nicht mehr möglich. 700 000 Euro soll der Umbau kosten. Doch Hetjes, der auch Kreistagsabgeordneter seiner Partei ist, sieht die Initiative zur Lösung des PPR-Problems offenbar beim Kreis, von dem er neue kreative Impulse erwartet.

Für den Kreis spricht auch der SPD- und Fraktionschef Stephan Wetzel. Einen vierspurigen Ausbau, wie im Verkehrswegeplan nun priorisiert, hält auch Wetzel nicht für politisch durchsetzbar. Mit dem Verkehr auf und vor der Saalburgkuppe beschäftigt sich der Politiker schon lange. Wetzel arbeitet in Bad Homburg und wohnt in Weilrod. Er kennt sie alle, die Gutachten, Diskussion und Pläne. Für ihn sind alle möglichen Modelle schon einmal durchgespielt, erklärt er. Der Tunnel war nur eine davon, es gab auch Pläne für Kreisel oder Brücken. Bad Homburg habe das Baurecht vor Ort, fasst der Kreispolitiker zusammen. Ohne die Stadt gehe also gar nichts. Nun müsse diese sich eben mal äußern, was für sie möglich sei. Und dann müsse man darüber reden.

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