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Neues Leben im alten Forstgarten

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Im Teehaus wird wieder Musik gemacht. Jedenfalls bei der offiziellen Eröffnung des Forstgartens.
Im Teehaus wird wieder Musik gemacht. Jedenfalls bei der offiziellen Eröffnung des Forstgartens. © FR/Rheker

Im Forstgarten herrscht wieder Leben. Der erste Teil der Landgräflichen Gärtenin Bad Homburg ist rekultiviert. Von Jonathan Vorrath

Von Jonathan Vorrath

Hundegebell und Schüsse hallen durch den Wald. Bereits im Morgengrauen hatten sich Landgraf Friedrich V. und seine Jäger auf die Pirsch gemacht, um einen fetten Braten für das Festmahl am Abend zu schießen. Doch bis zum Mittag wollte ihnen keine Wildsau vor die Flinte laufen. Der Landgraf beschließt, eine Pause einzulegen und seinen Mannen eine Stärkung im nahen Teehaus in seinem Forstgarten zu gönnen. Das ist auch eine gute Gelegenheit, um nach den seltenen Gewächsen zu sehen, die Ludwig im Forstgarten ziehen lässt.

So könnte sich ein Jagdausflug in Zeiten der Landgräflichen Gärten zugetragen haben. Nach dem Aussterben des Landgrafenhauses 1866 waren die einst prachvollen Anlagen in Bad Homburg weitgehend verfallen. Bis im Jahre 2001 begonnen wurde, die Gärten wieder herzurichten. Am Sonntag konnte nun der sanierte Forstgarten eröffnet werden.

Steinbrückchen über dem Bach

Der Regionalpark Rhein-Main soll die Naherholungsgebiete im Frankfurter Umland miteinander verbinden, um die Lebensqualität der gesamten Region zu steigern. Der vier Hektar große Garten mit seinem 150 Jahre alten Teehaus ist der erste Teil der ehemals 300 Hektar großen Landgräflichen Gärten, der neu erblüht. Neben dem idyllischen Teich mit Schilf und Enten, den neuen mit Stein begrenzten Kieswegen und den Steinbrückchen über den Heuchelbach, verfügt der Forstgarten noch über eine ganz besondere Attraktion. "Ursprünglich war dieser Garten eine Art Baumschule. Hier wurden fremde Pflanzen als Ergänzung für die Gärten herangezogen. Das haben wir in etwas kleinerer Form nachgebaut", erläutert Regionalpark-Geschäftsführer Jürgen Hölz. Schulklassen aus Bad Homburg sollen unter Aufsicht des Försters selbst Bäume pflanzen und ihre Entwicklung beobachten.

Zu Zeiten des Landgrafs verlief eine breite Park- und Gartenschneise vom Homburger Schloss bis in die Wälder des Taunus. "Natürlich können wir nicht alle Gärten wieder aufbauen, da viele ehemalige Grünanlagen nahe des Schlosses mittlerweile bebaut sind", gibt Hölz zu bedenken. Aber die außerhalb der Innenstadt gelegenen Areale sollen wieder neu entwickelt werden.

Der ehemalige Gustavsgarten mit seiner prachtvollen Villa nahe des Schlosses, der benachbarte Kleine Tannenwald sowie der Große Tannenwald bei den Buschwiesen sollen bis 2018 fertig sein. "Das ist aber nur eine grobe Schätzung, da man bei Landschaftsentwicklungen immer auch die Jahreszeiten mit den verschiedenen Wetterlagen im Auge haben muss. Im Forstgarten beispielsweise konnten wir den großen Teich natürlich nicht im Winter neu gestalten", erklärt Hölz.

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