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Neues von Alice Kaluza

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Dorothee Bueche (l.) und Alice Kaluza zeigen ihr Buch.
Dorothee Bueche (l.) und Alice Kaluza zeigen ihr Buch. © Michael Schick

Die Bad Homburger Choreografin und Tänzerin Alice Kaluza und die Malerin Dorothee Bueche präsentieren ein gemeinsames Buchprojekt. Die 91-Jährige hat zu den Bildern ihrer Freundin gedichtet.

Von Klaus Nissen

Die nur 40 mal 40 Zentimeter großen Gemälde von Dorothee Bueche wirken winzig an den Wänden der englischen Kirche. Bei der Vernissage am morgigen Freitag wird sie ein Projektor ums Vielfache vergrößern. Außerdem werden die Bad Homburger Choreografin und Tänzerin Alice Kaluza und die Malerin Dorothee Bueche ihr gemeinsames Buchprojekt „Die nicht zu bezwingende Kugel“ vorstellen. Dann berichtet Kaluza, was ihr zu den teils surrealistisch, teils abstrakten Bildern eingefallen ist. Ein Beispiel: Auf einem Bildquadrat hat Dorothee Bueche orientalisch wirkende Strichmuster und darüber rote, schwarze und gelbe Flächen gesetzt. Alice Kaluza dichtet: „Wind bläst Sand über’s Meer. Rotbraun gefärbt atomverderbt. Wind weht Tod einher“.

Kreativität keine Frage des Alters

Dorothee Bueche und Alice Kaluza schlossen vor etwa 30 Jahren Freundschaft, als die Malerin ihre Bilder im Bad Homburger Ballettstudio von Kaluza ausstellte. Inzwischen lebt Dorothee Bueche im schweizerischen Zug. Alice Kaluza wohnt in Kirdorf und gibt trotz ihrer bald 92 Jahre immer noch regelmäßig Ballett-Unterricht in Kronberg.

Das Alter beeinträchtigt nicht die Kreativität der beiden Damen. Als Dorothee Bueche einige Fotos ihrer neuen Bilder an Alice Kaluza schickte, fiel der eine Geschichte dazu ein. Sie handelt vom Klausi, dem Großvater und der dicken Emmeli.

Die 20 Bilder und die Geschichte sind Bestandteil eines Hardcover-Buches, das man ab dem heutigen Donnerstag in der Supp'schen Buchhandlung an der Louisenstraße für 22 Euro kaufen kann. Bei der Vernissage am Freitagabend werden die Autorinnen den Band ebenfalls anbieten und auf Wunsch signieren. Er enthält auch weitere Bilder von Bueche und Texte von Kaluza.

Die Kugel als Ziel

Das städtische Kulturamt hat beim Herausgeben des Buches geholfen. Zum Titel, „Die nicht zu bezwingende Kugel“ inspirierte eine große Kugel, die auf 20 Bildern vorkommt. Sie ruht auf einer Säule, einer Schildkröte, auf einem Seil, als Sonne am Himmel oder auf der Spitze einer kleinen Pyramide. Die Kugel ist für Alice Kaluza das Symbol für Perfektion, für ein Ziel, das man nur anstreben, aber nie erreichen kann. „Alles, was rund ist, kann man nicht bewältigen.“

Beim Bummeln über die Louisenstraße war der ehemaligen Solotänzerin und Autorin von Kindermusicals die Geschichte zu den Kugel-Bildern ihrer Freundin eingefallen: Die männlichen Passanten erinnerten sie an „Strichmännchen“ – an die kleine schwarze Figur, die auf den Bildern die Kugel zu erklimmen versucht. „Die Strichmännchen sind alle gleichgeschaltet. Aber sie folgen nicht ihrer eigenen Bestimmung“, sagt Alice Kaluza. Im 70 Seiten starken Bildband ist das Strichmännchen eine positive Gestalt: der kleine Klaus, der bei seinem Großvater und dessen molliger Haushälterin Emmeli Geborgenheit findet. Nachts träumt er, er könne die Kugel erklimmen und darauf über die Landschaft segeln – bis er schließlich in einem Schiff auf dem Bodensee landet.

Die Ausstellung von Dorothee Bueche öffnet am Freitag 9. November um 19 Uhr in der Englischen Kirche am Ferdinandsplatz. Die Bilder sind bis 16. Dezember jeweils eine Stunde lang vor den Veranstaltungen in der Englischen Kirche zu sehen.

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