Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Letzte Handgriffe in der Villa Winter vor dem Tag der offenen Tür am Sonntag.
+
Letzte Handgriffe in der Villa Winter vor dem Tag der offenen Tür am Sonntag.

Kunst in Kronberg

Neuer Glanz für die Malerkolonie

  • Torsten Weigelt
    VonTorsten Weigelt
    schließen

Das Museum "Kronberger Malerkolonie" feiert nach seinem Umzug Wiedereröffnung in der Villa Winter. Beim Tag der offenen Tür ist der Eintritt frei, die Jubiläumsausstellung läuft bis Oktober.

Die Anstreicher legen noch letzte Hand an der Fassade der Villa an. Im Inneren stapeln sich Kisten und Kästen; derweil hängen bereits die ersten Bilder an den frisch renovierten Wänden. Es bleibt noch einiges zu tun, bis das Museum „Kronberger Malerkolonie“ am kommenden Wochenende seine Wiedereröffnung feiern kann. 

Die gleichzeitig eine Neueröffnung ist. Denn das Museum ist aus seinem alten Altstadt-Domizil in der Streitkirche in die Villa Winter umgezogen. Die ist zwar nicht weit von dem früheren Standort entfernt, dennoch ist das neue Gebäude für die Verantwortlichen der Museumsgesellschaft ein echter Hoffnungsträger. „Wir versprechen uns einen besseren Auftritt“, sagt der Vorsitzende Hans-Robert Philippi. Das sei in der „Sandwich-Position“ im ersten Stock der Streitkirche nicht so recht möglich gewesen. Außerdem bietet die Villa Winter mit 350 Quadratmetern mehr Ausstellungsfläche als vorher.

Lokalkolorit und weltläufiges Flair zugleich

So ist es nun möglich, im Erdgeschoss eine Dauerausstellung einzurichten, die eine Art „Best of“ zeigen wird. Betritt der Besucher den Raum, fällt sein Blick als Erstes auf ein Werk des Gründervaters der Kronberger Malerkolonie, Anton Burger. Allerdings zeigt das großformatige Werk kein Kronberger Motiv, sondern eine Main-Landschaft bei Flörsheim. 

Für Lokalkolorit und weltläufiges Flair gleichermaßen sorgt Ferdinand Brütts „Die Aufbahrung der Kaiserin Friedrich in der Johanniskirche“. Die Verstorbene – Mutter Wilhelms II. – hatte in Kronberg ihren Witwensitz und war eine große Gönnerin der hiesigen Künstler. Um das im impressionistischen Stil gemalte Bild gut in Szene zu setzen, hat der Museumsverein für den Hintergrund eigens eine Tapete mit dezentem Jugendstilmuster in Auftrag gegeben. „Sie ist nach alten Vorlagen handgefertigt“, erläutert Philippi. 

Wichtig sei ihr aber auch gewesen, in der Dauerausstellung die enge Verbindung der Kronberger Malerkolonie mit Frankfurt deutlich zu machen, betont die Künstlerische Leiterin des Museums, Ingrid Erhardt. Schließlich stammten viele von ihnen aus der benachbarten Großstadt. So finden sich neben Jakob Fürchtegott Dielmanns „Treppenaufgang an der Eichenstraße in Kronberg“ auch eine klassische Frankfurt-Darstellung mit Main, Dom und Leonhardskirche von Friedrich Ernst Morgenstern oder ein Genre-Bild von Anton Burger, auf dem die alte Frankfurter Stadtmauer zu sehen ist.

Die Sonderausstellung im ersten Stock wird sich in den kommenden Monaten ebenfalls dem Schaffen der Kronberger Künstler widmen. Die Schau „160 Jahre Kronberger Malerkolonie“ solle den Besuchern einen möglichst guten Überblick über die verschiedenen Malerkolonie-Generationen geben, erklärt Ingrid Erhardt. Zusammen mit der Dauerausstellung sind so 80 Werke zu sehen. Der Großteil stammt aus der eigenen Sammlung; es sind aber auch mehrere Leihgaben darunter.

Im Uhrzeigersinn lernt man zunächst die ersten Freiluftmaler kennen, die von französischen Vorbildern („Schule von Barbizon“) beeinflusst waren. Es folgen die Impressionisten um Fritz Wucherer und Nelson G. Kinsley. Eine echte Entdeckung ist Philipp Franck, der mit Pinselstrich und Farbwahl schon als Expressionist durchgeht.

Weiter geht es mit den Gesellschaftsmalern und den Künstlerinnen wie Josefine Schalk mit ihren märchenhaften Motiven und Mathilde Knoop-Spielhagen, die sich auf Stillleben spezialisiert hatte. Auch hier wagt Erhardt als Künstlerische Leiterin den Brückenschlag ins übrige Rhein-Main-Gebiet. So ist als Vergleich ein Stillleben der Hofheimer Künstlerin Ottilie Röderstein zu sehen. 

Die Verantwortlichen hoffen, durch die neue Präsentation am neuen Standort zusätzliche Besucher anzulocken. Eröffnet wird das neue Museum am kommenden Sonntag mit einem Tag der offenen Tür bei freiem Eintritt. 

Der Umbau der Villa Winter hat etwas länger gedauert als geplant. Grund war vor allem der komplizierte Einbau des Aufzugs, für den eigens das Dach geöffnet werden musste. In einer ersten Ausschreibung hatte sich dafür keine Firma gefunden.

 Alles in allem hat der Umbau der Villa 430.000 Euro gekostet. Den weitaus größten Teil finanziert die Liselott und Klaus Rheinberger-Stiftung, den Rest übernimmt die Stadt als Eigentümerin des Gebäudes. 170.000 Euro haben Museumsgesellschaft und die Stiftung Malerkolonie in die Einrichtung der von ihnen genutzten Räume investiert. „Das konnten wir weitgehend über Spenden einwerben“, sagt Hans-Robert Philippi.

Außer für das Museum wurden in der Villa auch Räume für Kulturkreis und Kunstschule hergerichtet. Sie diente einst dem Maler Heinrich Winter als Wohnhaus und Atelier. In der neuen Dauerausstellung sind auch drei Bilder von ihm zu sehen. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare