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Weg zur neuen Klinik

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Die Bad Homburger Stadtverordneten haben den Bebauungsplan für das neue Krankenhaus an der Zeppelinstraße auf den Weg gebracht - ohne Diskussion. Von Klaus Nissen

Von Klaus Nissen

Ohne Diskussion haben die Bad Homburger Stadtverordneten den Bebauungsplan für das neue Krankenhaus an der Zeppelinstraße auf den Weg gebracht. Spätestens im Jahr 2012 soll der Bau der neuen Hochtaunuskliniken beginnen. Der gewerbliche Erbauer und Betreiber des Gebäudekomplexes wird europaweit gesucht. Die Klinikgesellschaft des Kreises muss für den Neubau mehr als 100 Millionen Euro auftreiben.

Details des Projekts nennt der vom Kreistag akzeptierte städtebauliche Vertrag. Manche Abgeordneten stimmten nur zähneknirschend zu. Denn die Stadt habe mit ihren Auflagen im 50 Seiten starken Vertrag dem Kreis Mehrkosten in Millionenhöhe verursacht. In der monatelangen Verhandlungsphase habe man sich eher als Bittsteller empfunden - obwohl die neue Klinik doch die Attraktivität Bad Homburgs erheblich steigere.

Das neue Klinikgelände entsteht auf 15 Hektar besten Ackerlandes von Kronenhof-Landwirt Hans-Georg Wagner schräg gegenüber dem Landratsamt. Maximal 35000 Quadratmeter dürfen mit Klinikgebäuden bebaut werden, die jeweils höchstens 150 Meter lang und 22 Meter hoch sind. Angestrebt wird laut Vertrag eine "aufgelockerte, mit attraktiven Grün- und Freiflächen durchsetzte Bebauung". In Ost-West-Richtung muss ein 36 Meter breiter Landschaftskorridor frei bleiben, außerdem an drei Grundstücksgrenzen ein jeweils mindestens zehn Meter breiter Grünstreifen.

Die Klinik wird laut Vertrag Arbeitsplatz von bis zu 1400 Menschen, von denen 750 im Drei-Schicht-Betrieb arbeiten. Pro Jahr rechnet man mit 27000 stationären und weiteren 80000 ambulanten Patienten .

Ein Ärztehaus, ein Hotel, die Rettungswache und die Rettungsleitstelle sind ebenfalls vorgesehen. Der Plan würde es grundsätzlich auch ermöglichen, die psychiatrische Vitos-Klinik aus Köppern aufs Bad Homburger Klinikgelände zu verlegen.

All dies bringt täglich etwa 2000 Autos zusätzlich an die Zeppelinstraße. Sie soll um eine Spur verbreitert werden. Allein die Kosten der Zufahrt zur Klinik werden im Vertrag auf 1,5 Millionen Euro beziffert. Die vielen Stellplätze müssen unauffällig gestaltet werden: Für je sechs Stellplätze schreibt der Vertrag einen Baum vor. 30 Prozent aller Stellplätze müssen in einer Tiefgarage untergebracht werden.

An fünf Stellen verweist der städtebauliche Vertrag auf einen grundlegenden Mangel des neuen Klinikstandorts in Sichtweite der Autobahn 661: Es ist dort viel zu laut. Tagsüber maßen die Fachleute bis zu 72 Dezibel Verkehrslärm. Der Grenzwert für Kliniken liegt bei 45.

Nachts wurden 61,9 Dezibel gemessen. Da gelten nur 35 Dezibel als zumutbar. Die Klinik-Erbauer müssten Schallschutzfenster einbauen, heißt es im Vertrag. Eine Lärmschutzwand lohne sich nicht, weil sie kaum wirke.

Wie der Lärmschutz genau aussehen soll, wollen Stadt und Kreis vorerst noch nicht festlegen. Zunächst müsse man abwarten, welchen Architektenentwurf das Preisgericht für die neue Klinik aussucht.

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