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Neue Impulse für Kulturfest

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Von: Fabian Böker

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Es ist ja nicht so, dass den Jüngeren gar nichts geboten würde beim Bad Homburger Sommer.
Es ist ja nicht so, dass den Jüngeren gar nichts geboten würde beim Bad Homburger Sommer. © Michael Schick

Das Konzept für den Bad Homburger Sommer soll überarbeitet werden. Im Vorfeld werden dafür die Schwachstellen der Veranstaltung analysiert.

Wenn am 9. Juli der Bad Homburger Sommer beginnt, werden garantiert auch die meisten Stadtverordneten auf diversen Veranstaltungen anzutreffen sein. Doch das zweiwöchige Event kommt danach auf den Prüfstand. Das Stadtparlament hat beschlossen, die derzeitige Konzeption überarbeiten zu lassen. Die Kritik zieht sich dabei quer durch alle Fraktionen.

Egal, wen man fragt, eines ist für alle klar: Niemand möchte den Bad Homburger Sommer als Institution abschaffen. Auch nicht Wolfgang Hof, Fraktionsvorsitzender der FDP. Er darf sich aber nun ans Revers heften, den Stein ins Rollen gebracht zu haben. Seiner Meinung nach ist der Status Quo der sommerlichen Veranstaltungsreihe als „Bandbreite vom Kindergeburtstag bis zur Seniorenbespaßung“ zu sehen. Er vergleicht den Bad Homburger Sommer mit einem Besuch im Stammrestaurant: „Da gibt es zehn Jahre lang die gleiche Karte, alles schmeckt, aber irgendwann wird es langweilig“, sagt Hof.

Er lenkt den Blick auf Oberursel und Eschborn, wo vergleichbare Kulturveranstaltungen eine Erneuerung erfahren hätten, und wünscht sich auch für Bad Homburg „neuen Schwung“.

Das sehen auch die Grünen so. Alexander Unrath meint zu wissen, woran es besonders hapert: „Wir müssen mehr für die Jugend machen.“ Okan Karasu (Linke) ergänzt, dass zum Beispiel Großkonzerte mit bekannten Musikern eine Möglichkeit seien, für Veränderung zu sorgen.

Der Weg zu einem neuen Bad Homburger Sommer ist klar: Einzelne Veranstaltungen der aktuellen Auflage sollen analysiert werden. Der Blick soll dabei auf die Besucherzahlschätzungen, die Veranstaltungsorte und die Kosten gerichtet werden. Die Prüfung soll im Zuge einer Kulturwerkstatt stattfinden, die CDU und SPD bereits in ihrem Koalitionsvertrag festgeschrieben haben. Zudem sollen Ergebnisse einer Bürgerbefragung einfließen, bei der es zu Beginn des Jahres unter anderem um das Thema Kultur ging.

Eine weitere Befragung wird es während des Sommers geben: Das kündigt Kur-Direktor Ralf Wolter an. Man wolle mit Besuchern sprechen, „so wie wir das alle zwei bis drei Jahre machen“. Der Idee einer Analyse des Konzeptes steht er positiv gegenüber. „Das Programm wird regelmäßig einer Prüfung unterzogen“, so Wolter. Die Kur selbst habe auch schon Ideen in der Schublade, gerade für die Jugend. Dabei sei es aber wichtig, sind sich der Kurdirektor und die Parteien einig, Institutionen wie das E-Werk oder vor allem den Jugendbeirat einzubeziehen. Der steht schon in den Startlöchern. Vorsitzender Magnus Habighorst freut sich auf kommende Gespräche und verspricht, dass er und seine Mitstreiter genügend Ideen einbringen würden.

Aber nicht nur die Jugend steht im Fokus. Auch der Aktionsradius gefällt längst nicht mehr allen. So will die CDU, dass die Veranstaltungen dezentraler stattfinden, „vor allem in den Stadtteilen“, so Bettina Gentzcke. Wolfgang Hof sieht die Beteiligung der Kur- und Kongress-GmbH kritisch und will die „bipolare Organisation beenden“.

Tobias Ottaviani, ein junger Vertreter der SPD, bringt einen oft vernachlässigten Aspekt in die Diskussion ein: Der Bad Homburger Sommer war einst gedacht als Ersatzprogramm für Familien, die in den Schulferien nicht verreisen können, „als Urlaub zu Hause“. Allerdings liegt die erste Hälfte des Programms 2016 (siehe Infobox) außerhalb der Schulferien.

Um dem entgegenzuwirken, hat BLB-Fraktionschef Armin Johnert einen Vorschlag: „Der Bad Homburger Sommer muss länger als zwei Wochen dauern.“

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