Hessenpark vor der Eröffnung im Frühling – Geschäftführer Jens Scheller erläutert das Programm 2020 in einer Pressekonferenz.
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Hessenpark vor der Eröffnung im Frühling – Geschäftführer Jens Scheller erläutert das Programm 2020 in einer Pressekonferenz.

Neu-Anspach

Neue Ausstellungen im Hessenpark in Neu-Anspach

Die Museumssaison in Neu-Anspach beginnt mit zwei Sonderausstellungen über Essen und Trinken.

Hessenpark-Chef Jens Scheller freut sich schon auf Sonntag, denn dann beginnt im Freilichtmuseum die neue Saison. Das bedeutet, dass die Landeseinrichtung wieder unter der Woche geöffnet ist und die Pächter in ihre Geschäfte rund um den Marktplatz zurückkehren. Dazu gehört natürlich auch der Bäcker. „Dann riecht es hier wieder nach frisch gebackenem Brot“, meint Scheller anlässlich der Vorstellung des neuen Programms. Dazu passt, dass sich auch bei den zwei geplanten Sonderausstellungen alles um Essen, Küche und Kochen dreht.

„Mahlzeit, Deutschland!“ heißt die erste neue Schau, die ab Sonntag im Haus aus Gemünden (Wohra) Fotografien rund ums Essen zeigt und die Vielfalt der Ernährung thematisiert, „Herdanziehungskraft“ die zweite, die ab dem 22. März in der Stallscheune aus Asterode zu sehen sein wird. Im Zentrum der interaktiven Ausstellung steht die Küche und wie sich diese in den zurückliegenden 150 Jahren verändert hat.

Überhaupt ist Essen und Trinken ein wichtiges Thema. Das Desaster mit der Gastronomie soll nun endgültig der Vergangenheit angehören, und so erinnert Scheller nur noch kurz an die Insolvenz des Pächters: „Das war eine schwierige Zeit.“

Gastronom Peter Stürtz, der eingesprungen war, und das Museum seit Herbst „toll unterstützt“ habe, wird ab dem 1. März nun auch offiziell den Hotelbetrieb sowie die Bewirtung der Gäste in der Martinsklause und bald auch in dem 300 Sitzplätze fassenden Wirtshaus „Zum Adler“ übernehmen.

Die Sanierung des am Marktplatz gelegenen Gebäudekomplexes, der eine neue Küche und eine neue Infrastruktur bekommt, befindet sich nach Informationen des Museumsleiters auf der Zielgeraden, so dass für Mitte April ein „Soft Opening“ mit kleiner Karte und für Ende April die Wiederöffnung mit einem Wirtshausfest geplant ist.

Bereits am Sonntag öffnet die Martinsklause in der Baugruppe Nordhessen. Hier handelt es sich um eine 50er-Jahre-Schänke und entsprechend rustikal wird dort das Essen mit dicker Suppe, belegten Broten sowie Handkäs‘ mit Musik sein.

Zwar hat der Hessenpark im vergangenen Jahr mit 238 500 Besuchern einen leichten Rückgang hinnehmen müssen (2018: 246 700 Gäste), doch nimmt das Museum hinter Städel, Schirn und Senckenberg-Museum einen beachtlichen vierten Platz im Rhein-Main-Gebiet ein.

Der Einrichtungsleiter führt das auf die „Qualität der musealen Arbeit“ und die gestiegene Attraktivität zurück. So habe man sich von alten Konzepten verabschiedet und große Veranstaltungen wie das „zu klamaukige Brunnenfest“ und die sehr aufwendig zu organisierenden Dampftage abgeschafft. Er wolle unabhängiger von Großformaten sein und setze stattdessen lieber auf Thementage, öffentliche Führungen jeden Samstag und Sonntag und täglich drei Handwerkervorführungen, sagt Scheller. „So haben wir auch unter der Woche mehr Gäste.“

Andere Großveranstaltungen wie Apfel- und Erntefest, Treckertreff sowie Oster- und Adventsmarkt sollten bleiben, versichert der Geschäftsführer. Aber auch beim Pflanzenmarkt sei es heute wichtiger, alte Apfelsorten zu präsentieren und dafür weniger Accessoires und Möbel, wie das schon der Fall war. „Wir wollen mit einem inhaltlichen Profil punkten.“

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