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Museum im Wandel

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Von: Olaf Velte

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Mehr Besucher im Gotischen Haus, Jahresrückblick 2012.

Mit der Eröffnung des Horex-Museums im September vergangenen Jahres begann auch für das Museum im Gotischen Haus eine neue Ära. Leiterin Ursula Grzechca-Mohr kann nun zwei Standorte für ausgewählte Präsentationen nutzen – ein Fortschritt, auf den die Kulturmacher mit einer Namensänderung reagiert haben. Fortan firmiert die Institution unter der Dachmarke „Städtisches historisches Museum“.

„Wir haben damit nur den alten Namen des Hauses wiederbelebt“, sagt Bad Homburgs Kulturdezernentin Beate Fleige. Jedoch mit Hintergedanken: 1916 wurde das Stadt-Museum unter eben diesem Titel gegründet, erster Standort war damals die Englische Kirche. Wenn das 100-jährige Bestehen gefeiert wird, kann dies unter der ursprünglichen Bezeichnung geschehen.

Nach mehrfachen Umzügen befindet sich das kulturelle Erbe der Kurstadt nun im Gotischen Haus, wo gestern der Bericht zum Jahr 2012 vorgelegt wurde. Höhepunkt war die Inbetriebnahme der Zweigstelle Horex-Museum, in der die städtische Industriegeschichte lebendig wird. „Seit der Eröffnung haben über 2500 Menschen die Ausstellung besucht“, sagt Grzechca-Mohr. Die Identifikation der Homburger mit der neuen Kulturstätte sei stark. Die innere Ausgestaltung habe man weitgehend in Eigenregie erledigt und dafür nur 50?000 Euro benötigt.

In das Stammhaus am Tannenwaldweg kamen im vergangenen Jahr rund 8000 Besucher, was einer Verdoppelung gegenüber 2009 entspricht. Hervorragend nachgefragt seien die Ausstellungen zum Bad-Jubiläum und zur „Romantik in Homburg“ gewesen. Sieben Sonderausstellungen – drei mehr als im Vorjahr – haben das Haus weiter ins öffentliche Bewusstsein gerückt und zu einem Einnahmevolumen von rund 66400 Euro wesentlich beigetragen. Deutlich zugenommen hat nach Angaben der Museumschefin auch die Zahl der Führungen: 102 Mal wurden Schulklassen oder Seniorengruppen durch die Räumlichkeiten geleitet.

Dort herrscht Wandel. Die Dauerpräsentationen zu Stadthistorie, Kopfbedeckungen und Münzwesen wurden überarbeitet und neu arrangiert, viel unsichtbare Arbeit wird in den verschiedenen Depots geleistet. „Inventarisierung und Katalogaufnahme von 65000 Exponaten laufen auf Hochtouren“, so wissenschaftlicher Mitarbeiter Peter Lingens. Der Restaurierungsbedarf sei hoch. Dennoch bleiben Mittel, um Ankäufe zu tätigen – darunter auch ein Tisch aus dem Nachlass von Marie Blanc. Die umfassende Renovierung des Gotischen Hauses kann – nach Auszug des Stadtarchives – frühestens 2015 beginnen. Bis dahin sind weitere Ausstellungen geplant: Rechtzeitig zur Bundestagswahl werden seltene Wahlurnen aus dem 19. Jahrhundert gezeigt.

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