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Mountain Lodge

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Vom Nazi-Musterhauses zum US-Offizierscasino - die Mountain Lodge im Camp King ist ein Stück Weltgeschichte in Oberursel.

Als vor 17 Jahren die Amerikaner ihren Stützpunkt Camp King verließen, verwaiste auch die Mountain Lodge. Dort entspannten die Offiziere seit Ende des Zweiten Weltkriegs bei Musik und manchem Glas Whiskey. Bis dahin hatte die Lodge eine wechselhafte Geschichte erlebt. Gebaut wurde das zweigeschossige Fachwerkgebäude mit Bimssteingefachen über dem Bruchsteinsockel 1938 als "Dorfgemeinschaftshaus" für die Mustersiedlung der Nationalsozialisten, im damaligen Jargon "Reichssiedlungshof" genannt.

1945 übernahmen die Amerikaner das Gebäude, das sie in Taunus Mountain Lodge umbenannten und als Kasino nutzten. 1993 verließen die Amerikaner Oberursel. Das Camp King wurde dem Erdboden gleichgemacht, das gleichnamige Wohngebiet entstand. Das ehemalige Musterhaus indes blieb unverkäuflich. Vorgesehen war, die Lodge gastronomisch und für kulturelle Zwecke zu nutzen. Es wollten zwar Großbrauereien einsteigen, die Projekte scheiterten aber an den Einsprüchen von Anwohnern.

Weitere Konzepte sahen eine Verbindung von Wohnen, Gastronomie und Kultur vor, doch gerade die CDU stemmte sich lange gegen eine Wohnnutzung. Die Mountain Lodge sollte vielmehr wieder ein Dorfgemeinschaftshaus werden. Daraus wurde nichts. Letzter Interessent war 2009 ein Unternehmen, das einen repräsentativen Firmensitz samt "Kompetenzzentrum" dort einrichten wollte. Auch das scheiterte. Schließlich blieben noch vier Interessenten, unter denen der Gießener Investor Oliver Kuhn jetzt das Rennen machte. (tob)

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