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Ministerium bremst Hotelpläne

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Die Villa Gans im ehemaligen Gewerkschaftspark zu Oberursel.
Die Villa Gans im ehemaligen Gewerkschaftspark zu Oberursel. © FR/Müller

Kehrtwende im Gewerkschaftspark: Die Stadt Oberursel darf den vom Investor Igemet gewünschten Abriss und Wiederaufbau der Villa Gans nun doch nicht genehmigen.

Die Stadt Oberursel muss den Bauantrag der Igemet GmbH für ein Hotel auf dem Gelände der Villa Gans im Park an der Königsteiner Straße ablehnen. Diese Weisung des hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst ging jetzt im Rathaus ein, sie folgt den Bedenken der obersten Denkmalschützer in Wiesbaden. Unterschrieben ist sie vom früheren Oberurseler Bürgermeister Gerd Krämer (CDU), der jetzt Staatssekretär im zuständigen Ministerium ist.

Vor knapp zwei Jahren hatte der positive Ministerentscheid von Udo Corts (CDU) im sogenannten Dissensverfahren noch für Frohlocken bei den Investoren und im Rathaus gesorgt. Zuvor hatte damals die Obere Denkmalbehörde alle 30 von Igemet vorgelegten Planvarianten zum Umbau der Villa zur Hotel-Lobby mit direktem Anschluss an einen Neubau eines 120-Betten-Hotels abgelehnt. Minister Corts aber wertete schließlich in seinem positiven Bescheid zur Bauvoranfrage den Willen zum Erhalt der historischen Villa in Kombination mit einem Neubau höher als die Bedenken des Denkmalschutzes.

Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) gibt sich "überrascht" von der jetzigen Weisung und nennt sie eine "Entscheidung mit erheblichem Schaden für die Stadt". Angedeutet hatte sie sich bereits im Spätsommer vergangenen Jahres, als die Igemet eine Planänderung ankündigte, die nun Ursache der Absage aus Wiesbaden ist. Es ist die Absicht des Investors, das denkmalgeschützte Gebäude der Villa Gans komplett abzutragen und nach Verbesserung der Fundamente mit neuer Statik wieder zu rekonstruieren.

Das Ministerium hatte bei Bekanntwerden der neuen Ideen bereits angedeutet, dass es dem Antrag auf Abriss und Wiederaufbau nicht zustimmen werde. Dafür gebe es fachlich kein Argument. Das hätten auch jüngste Gutachten bestätigt, schreibt Krämer in der Weisung. Der Erhalt der Villa sei grundsätzlich möglich. Ein Problem entstehe erst, wenn dem Objekt "denkmalunverträgliche Nutzungsansprüche übergestülpt werden".

Auf den Entscheid vom Februar 2008 kann die Igemet, Treuhandverwaltung der IG Metall, weiter bauen. Sie will nun rechtliche Schritte gegen die aktuelle Weisung prüfen. Ihr Argument: Das Projekt sei nur bei der geplanten Nutzung der Villa rentabel. (jüs)

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