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Milupa-Forschung geht ins Ausland

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Milupa-Gelände in Friedrichsdorf
Milupa-Gelände in Friedrichsdorf © dpa

Der Babynahrungshersteller Milupa zieht nach der Produktion jetzt auch die Forschung aus Friedrichsdorf ab. Dafür soll die Qualitätssicherung ausgebaut werden.

Von Olaf Velte und Anton J. Seib

Ludovic Galand heißt der neue Mann auf der Kommandobrücke des Friedrichsdorfer Traditionsunternehmens Milupa. Anfang September hat der 46-Jährige die bisherige Geschäftsführerin Susanne Luick-Nijboer abgelöst. Der seit 1997 im Mutterkonzern Danone beschäftigte Manager kommt in einer Phase der Umstrukturierungen.

In zwei Jahren soll die Forschungsabteilung aus Friedrichsdorf abgezogen werden – nach Utrecht in den Niederlanden, wo das Mutterschiff Danone künftig seine komplette Forschung bündeln will. „In Utrecht wird gerade gebaut“, sagt Milupa-Unternehmenssprecher Stefan Stohl.

Betroffen seien 25 Mitarbeiter, die als Team zusammen bleiben sollen. Das Unternehmen hofft, dass alle Forscher den Umzug mitmachen. Wer das nicht könne oder wolle, könne von einem Sozialplan profitieren, so der Unternehmenssprecher. Während die Forscher in absehbarer Zeit den Taunus verlassen, wird der Bereich Qualitätssicherung an der Professor-Wagner-Straße ausgebaut. Derzeit arbeiten hier 65 Menschen, die zusätzliche Aufgaben erledigen werden.

Neben den obligatorischen Analysen der bei Milupa hergestellten Säuglings- und Kindernahrung sollen in Zukunft auch die Danone-Segmente Milchfrischprodukte und Mineralwasser geprüft werden. Laut Unternehmen untersuchen die Wissenschaftler jährlich 17000 Proben in 277000 Einzelanalysen.

Mit dem Umzug der Forschungssparte verliert der Standort Friedrichsdorf ein weiteres Standbein. Nachdem 2003 trotz heftiger Proteste die gesamte Produktion von Babynahrung von Friedrichsdorf nach Polen und Portugal verlagert wurde.

Auch die Hauptverwaltung, die drei Jahren wegen des Verkaufs des alten Firmenareals nach Bad Homburg ausgelagert worden ist, musste personell bluten. Dort verloren 45 beschäftigte durch betriebsbedingte Kündigungen ihren Job.

Die verbliebenen 140 Mitarbeiter sollen nach wie vor ein neues Domizil auf dem vier Hektar großen Friedrichsdorfer Milupa-Gelände bekommen. Das sieht die Vereinbarung mit dem Projektentwickler Ten Brinke (Burglengenfeld) vor, der auf dem Areal ein Einkaufszentrum bauen will.

Im Frühjahr 2011 soll mit dem Abriss der alten Firmengebäude begonnen werden. Auf dem Gelände plant Ten Brinke für die Grundstücksentwicklungsgesellschaft Götsch (GEG) in Köln das Taunus-Carré mit einer Verkaufsfläche von maximal 12000 Quadratmetern. Dort einziehen werden ein Rewe-Markt, ein Laden für Unterhaltungselektronik, ein Müller-Drogeriemarkt, Bekleidungs- und Schuhgeschäfte sowie mehrere kleinere Dienstleistungsbetriebe. Die Tiefgarage wird etwa 400 Parkplätze bieten. Außerdem entstehen entlang der Bahnstraße 75 Wohnungen.

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