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Millionen für die Windkraft

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Bald stehen  noch mehr Windmasten am Stadtrand.
Bald stehen noch mehr Windmasten am Stadtrand. © dpa

Die Bad Homburger Stadtwerke wollen Stromversorger werden. Den Strom wollen sie aus Solaranlagen und Windkraft gewinnen.

Von Martina Propson-Hauck

Bereits im Januar werden die Stadtwerke von ihrem Standort am Europakreisel in ein Bürogebäude in der Steinmühlstraße nach Ober-Erlenbach umziehen. Dort sollen in den nächsten drei Jahren Büro- und Lagerflächen auf 4.000 Quadratmetern ein Provisorium bilden, bis der angekündigte Neubau auf dem Lilly-Gelände 2015 fertig ist. Am Europakreisel wird das bestehende Stadtwerkegelände mit Wohnungen, Büros und Arztpraxen bebaut – eine Erweiterung des Bauprojekts, das bereits auf einem Teil des Geländes entsteht. Weil Ober-Erlenbach für die meisten Stadtwerke-Kunden aber doch ein wenig abseits liegt, soll im nächsten Jahr auch ein Beratungsbüro im Rathaus eröffnet werden.

Näher an Karben rücken

Mag die Wahl des vorübergehenden Standorts wohl der eher beschränkten Anzahl ausreichend großer, frei stehender Büro- und Lagerflächen geschuldet sein, so rücken die Stadtwerke in Ober-Erlenbach dort ihren strategischen Zukunftsplänen auch örtlich ein wenig näher.

Ab 1. Januar 2013 sollen die Bad Homburger von den Stadtwerken nämlich nicht mehr nur Gas und Wasser, sondern auch Strom beziehen können. Und der soll aus Solaranlagen und Windkraft gewonnen werden, also regenerativen Energiequellen. Bereits im nächsten Jahr will die Stadt in Windkraftanlagen investieren, zehn Millionen Euro stehen dafür im Haushalt bereit, erläuterte der zuständige Stadtrat Peter Vollrath-Kühne (FDP) gestern vor Journalisten.

Ganz konkret plant die Stadt jetzt zwei bis vier Windkraftmasten hinter dem Ortsrand von Ober-Erlenbach in Richtung Karben-Petterweil zu bauen. Vier Windräder stehen in der Nähe bereits auf Karbener Gebiet, sechs weitere will Karben noch bauen. Auf der Gemarkung der Wetterauer Nachbarn besitzt die Stadt ein Grundstück, auf dem ein bis zwei Stadtwerke-Windmasten stehen könnten. Ein weiteres Grundstück in unmittelbarer Nähe gehört dem Bad Homburger Landwirt Hans-Georg Wagner, der ebenfalls Interesse bekundet hat. Der Karbener Windpark hätte dann 12 bis 14 stattliche Masten.

2013 erstes eigenes Projekt

Bad Homburg würde die Windräder mit jeweils 2 bis 2,5 Megawatt Leistung durch die Stadtwerke auch gerne selbst betreiben. Auf eigenem Gelände wäre damit laut Vollrath-Kühne „die volle Wertschöpfung“ möglich. Hohe Pachtkosten entfielen.

Die Beteiligung an einem Off-Shore- Windpark habe man in den Überlegungen jetzt komplett fallengelassen. 2013 soll das erste eigene Projekt umgesetzt sein. Auch im Usinger Land sei die Akzeptanz für Windkraftanlagen mit kommunalen Betreibern wie den Stadtwerken Bad Homburg mittlerweile wesentlich größer als mit privaten. Zudem ist der Lindenberg am Rande der Kanonenstraße zum Sandplacken weiterhin ein für Windkraft favorisierter Standort, wenn auch nicht in nächster Zukunft.

Am Bahnhof soll zur Stromversorgung der Umgebung ein Nahwärmekraftwerk gebaut werden. Das Gasnetz von Dornholzhausen übernehmen die Stadtwerke zum Januar von der Mainova und starten im Stadtteil deshalb eine Marketingoffensive.

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