Oberursel

Meter mit Auto und Fahrrad zählen

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Sechs Kommunen aus dem Rhein-Main-Gebiet beteiligen sich an bundesweiter Verkehrsstudie der TU Dresden - nun auch Oberursel.

Wenn es um den Verkehr und seine Probleme geht, gebe es „viel gefühlte Wahrheit“, sagt Ulrich Molter, Leiter der Oberurseler Verkehrsplanung. Gerade in der Vordertaunuskommune gibt es aktuell reichlich Diskussionen um neue Wohngebiete oder die Straßenführung rund um den Bahnhof und die damit verbundenen Folgen. Um dafür eine möglichst fundierte Datenbasis zu erhalten, beteiligt sich Oberursel nun an der Studie „Mobilität in Städten“ der Technischen Universität Dresden. Diese befragt regelmäßig in mehr als 100 deutschen Kommunen Bürger zu ihrem Verkehrsverhalten.

Im Rhein-Main-Gebiet nehmen außer Oberursel auch Wiesbaden, Darmstadt, Offenbach, Hanau und Hofheim an dem Großprojekt teil. In den meisten Kommunen habe man die Datenerhebung bereits im vergangenen Jahr abgeschlossen, teilte Rico Wittwer vom Institut für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik der TU Dresden mit. Derzeit würden sie ausgewertet. Mit Ergebnissen rechnet Wittwer im November.

Die Oberurseler werden noch ein wenig länger warten müssen. „Wir gehören zur Nachzüglergruppe“, räumt Ulrich Molter ein. Im März startet eine repräsentative Bürgerbefragung, in der es unter anderem darum geht, mit welchen Verkehrsmitteln man unterwegs ist, wie groß die Entfernungen dabei sind oder wie weit man es bis zur nächsten Bus- oder Bahnhaltestelle hat.

1000 Haushalte sollen insgesamt befragt werden, erläutert der Leiter der Oberurseler Verkehrsplanung. Die per Zufallsverfahren ausgewählten Teilnehmer würden demnächst schriftlich informiert und um ihre Mitwirkung gebeten. Dazu gehört etwa, dass sie einen Tag lang sämtliche Wege, die sie zurücklegen, detailliert dokumentieren. Insgesamt werde die Befragung, womit die TU Dresden das Institut Omnitrend beauftragt hat, zwölf Monate dauern.

Die Teilnahme sei freiwillig, versichert Molter. Zudem erfolge die Auswertung der Daten anonymisiert. Die Verantwortlichen in Oberursel erhoffen sich „ein aktuelles Bild der stadtspezifischen Verkehrsentwicklung“, aber auch praktisch verwertbare Erkenntnisse, etwa wenn es um die Anzahl von Park-und-Ride-Plätzen am Bahnhof, Carsharing-Angebote, Elektrofahrräder oder den Takt der Stadtbusse geht.

Die große Zahl der beteiligten Kommunen biete gute Vergleichsmöglichkeiten, die man in die zukünftige Verkehrsplanung einbeziehen könne, betont Ulrich Molter. Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) sieht in der Studie auch eine gute Alternative zu einem eigenen Generalverkehrsplan. Der würde „weit über eine Million Euro“ kosten – ein Aufwand, der aus Sicht des Rathauschefs in keinem Verhältnis zum Ertrag stehe.

Die Studie

Als „System repräsentativer Verkehrsbefragungen“ (SrV) hat die TU Dresden 1972 erstmals Daten zu Mobilität und Verkehr gesammelt. Seitdem hat sich das Projekt unter dem Namen „Mobilität in Städten - SrV“ zur deutschlandweit umfangreichsten Verkehrserhebung entwickelt.

An der aktuellen Studie nehmen deutschlandweit 129 Kommunen teil – im Rhein-Main-Gebiet Wiesbaden, Darmstadt, Offenbach, Hanau, Hofheim und Oberursel. (twe)

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