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Messerstecher soll in Psychiatrie

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Die Tat hatte ganz Bad Homburg geschockt: Der 24 Jahre alte Informatikstudent Sascha L. sticht im Schlosspark 40 mal auf eine Rentnerin ein. Doch vermutlich kann er dafür nicht verurteilt werden.

Nach der tödlichen Messerattacke auf eine Rentnerin soll der mutmaßliche Täter in die Psychiatrie. Der 24 Jahre alte Informatikstudent Sascha L. soll die ihm unbekannte Rentnerin im Januar im Bad Homburger Schlosspark mit 40 Messerstichen getötet haben.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt wirft dem Mann, der unter Schizophrenie leidet und Drogen konsumierte, vor, die 78-Jährige ohne jedes Motiv und in nicht schuldfähigem Zustand getötet zu haben. Wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Doris Möller-Scheu, am Freitag mitteilte, werde keine Anklage erhoben, sondern ein Antrag auf Eröffnung eines Sicherungsverfahrens bei der 22. Strafkammer des Landgerichts gestellt. Deshalb wird Sacha L., der die Tat bis heute leugnet, vermutlich nicht zu einer Haftstrafe verurteilt, sondern weiterhin in einer psychiatrische Klinik untergebracht werden.

Dem 24-Jährigen wird zur Last gelegt, am 12. Januar gegen 15.40 Uhr die Rentnerin aus Bad Homburg überfallen und mit mehreren Messerstichen getötet zu haben. Die Frau erlitt Wunden am Hals und Oberkörper. Eine 44 Jahre alte Spaziergängerin hatte beobachtet, wie sich die Frau heftig gegen die Attacke wehrte. Die Zeugin holte Hilfe, doch zwei herbeigeeilte Gärtner-Lehrlinge sahen nur noch den Täter flüchten.

Der 24-Jährige wurde bereits wenige Stunden nach der Tat verhaftet. Er hatte sich bei dem Überfall selbst an der Hand verletzt und ließ die Wunden in den Hochtaunuskliniken behandeln. Die Sanitäter schöpften Verdacht und verständigten die Polizei.

Der junge Mann, der nachträglich sein Abitur machte, hatte sich im vergangenen Herbst an der Frankfurter Fachhochschule eingeschrieben. Sein Leiden hat er schon länger. Schon 2008 hatte seine Mutter einen Antrag auf Betreuung gestellt. Es folgten zwei Aufenthalte in der Psychiatrie, danach weigerte sich die Mutter, ihn bei sich aufzunehmen. Zu seinen Eltern hatte er aber nach wie vor Kontakt. (skb/tob/dpa)

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