Die Frankfurter Mental- und Waldgesundheitstrainerin Michaela Dalchow liebt es, in der Natur unterwegs zu sein.
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Die Frankfurter Mental- und Waldgesundheitstrainerin Michaela Dalchow liebt es, in der Natur unterwegs zu sein.

Waldbaden

Mentaltraining in Oberursel: Im Wald auf das Jetzt besinnen

  • Anja Laud
    vonAnja Laud
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In Japan hat es bereits seit den 80ern Tradition. Die Mentaltrainerin Michaela Dalchow bietet es nun auch in Oberursel an.

Umarmt man da Bäume?“ Nicht viele, die hierzulande das Wort „Waldbaden“ hören, können etwas damit anfangen. Ganz anders in Japan, wo das Waldbaden in den 1980er Jahren nicht nur erfunden wurde, sondern heute ein fester Bestandteil der Gesundheitsvorsorge ist. Die Frankfurter Mental- und Waldgesundheitstrainerin Michaela Dalchow will das Waldbaden auch hier bekannter machen. Auf Einladung der Krankenkasse BKK-VBU Hessen bietet sie am Samstag, 22. August, in Oberursel einen Workshop an, der für die Teilnehmer kostenlos ist. Sie hat zudem gerade unter dem Titel „Waldbaden entdecken für Dummies“ ein Buch darüber veröffentlicht.

„Shinrin Yoku“ heißt das Waldbaden auf Japanisch, übersetzt bedeutet das so viel wie „ein Bad in der Atmosphäre des Waldes nehmen“. Und diese Formulierung trifft sehr viel genauer, wozu Michaela Dalchow und die BKK-VBU gemeinsam einladen. 

Termine

Die Krankenkasse BKK-VBU bietet am Samstag, 22. August, 10.30 Uhr, kostenlos den Gesundheitsworkshop „Waldbaden – Lebe Natur“ in Oberursel an. Anmeldung werden unter Telefon 069 / 450 911 430 6 oder per E-Mail an jochen.hirchenhein@bkk-vbu.de angenommen. Die Teilnehmerzahl ist auf 15 Personen begrenzt.

Das Buch: „Waldbaden entdecken für Dummies“, Michaela Dalchow, Verlag Wiley-VCH, Weinheim Juli 2020, 268 Seiten, 15 Euro. ISBN-Nummer: 978-3-527-71718-7. lad

Das Waldbaden ist ein Achtsamkeitstraining. Es geht darum, den Wald, seine Geräusche und Gerüche und die unterschiedlichen Strukturen von Bäumen und Pflanzen bewusst mit allen Sinnen wahrzunehmen und sich dabei auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. „Dabei entspannt man sich, Stresshormone werden abgebaut, die Herzfrequenz und der Blutdruck sinken und das Immunsystem wird gestärkt“, zählt die Waldgesundheitstrainerin einige der in wissenschaftlichen Studien nachgewiesenen positiven Effekte dieser Therapie auf, die in Japan inzwischen in über 60 Waldtherapiezentren angeboten wird.

Wer das Waldbaden für sich ausprobieren will, muss weder eine besonders gute Kondition haben noch irgendwelche besonderen Hilfsmittel mitbringen. „Es reicht wald- und witterungstaugliche Kleidung und Schuhwerk zu tragen, ein Sitzkissen, Insektenschutz und eventuell eine Flasche mit Trinkwasser mitzubringen“, sagt Michaela Dalchow, dann könne der heilsame, etwa dreistündige Ausflug in die Natur beginnen.

Auf dem geführten Spaziergang durch den Wald leitet die Trainerin, je nach lokalen Besonderheiten und Zusammensetzung der Gruppe, zu unterschiedlichen Übungen an. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer spüren beispielsweise dem Licht- und Schattenspiel der Bäume nach, meditieren, sammeln Naturmaterialien wie etwa Tannenzapfen, um sie genau zu erforschen oder um ein Mandala zu legen. Ist der Waldboden weich, ziehen sie ihre Schuhe aus und erkunden barfuß den Weg. Auch Wechselübungen, bei denen sie sich etwa wechselseitig auf die eigenen Knie klopfen und dabei sowohl ihre linke als auch ihre rechte Gehirnhälfte anregen, gehören dazu.

Wenn das Waldbad zu Ende geht, bekommt Michaela Dalchow von den meisten Teilnehmern ein positives Feedback. „Ich fühl’ mich so entspannt“, sagen sie, und sie sehen auch so aus.

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