+
Thorsten Schorr wechselt aus dem Oberurseler Rathaus ins Landratsamt.

Hochtaunus

„Mehr Tempo bei der Digitalisierung“

  • schließen

Thorsten Schorr (CDU) spricht im FR-Interview über die Wahl zum Ersten Kreisbeigeordneten und seine künftigen Aufgaben.

Mit 46 von 66 Stimmen ist Oberursels Stadtkämmerer Thorsten Schorr (CDU) am Montagabend vom Kreistag des Hochtaunuskreises zum Ersten Kreisbeigeordneten gewählt worden. Dabei haben ihn nicht nur die Mitglieder des schwarz-roten Bündnisses unterstützt. Vor der Wahl hatte auch die FDP angekündigt, Schorr zu wählen. Der 49-Jährige wird sein neues Amt am 1. Januar 2020 antreten.

Herr Schorr, welches Gefühl überwiegt bei Ihnen : Freude oder Erleichterung?
Beides ist gleich stark. Ich freue mich auf die neue Aufgabe, bin aber auch erleichtert über das Ergebnis.

Vor anderthalb Jahren sind Sie bei der Wahl zum Ersten Stadtrat in Oberursel gescheitert, weil Ihnen Mitglieder der eigenen Koalition überraschend die Stimme verweigert hatten. Wie groß war Ihre Befürchtung, dass so etwas noch einmal passieren könnte?
Vor meinem Entschluss zu kandidieren, hat das schon eine Rolle gespielt. Doch die einstimmige Nominierung durch die CDU-Fraktion und mein Vorstellungsgespräch bei den Partnern von der SPD haben mir sehr viel Mut gemacht. Danach habe ich nicht mehr daran gedacht, dass es schiefgehen könnte.

Sie sind noch für drei Jahre als hauptamtlicher Stadtkämmerer in Oberursel gewählt. Warum haben Sie sich für das neue Amt beworben?
Ich werde 50 Jahre alt. Aus meiner Sicht ein guter Zeitpunkt, noch einmal Neues zu wagen.

Welche Aufgaben werden Sie im Landratsamt übernehmen?
Auf Grund meiner Erfahrung mit der Stadtratswahl haben Landrat Ulrich Krebs und ich vereinbart, dass wir über die Zuständigkeiten erst nach der Wahl sprechen werden.

Thorsten Schorr (49) ist seit 2010 hauptamtlicher Stadtkämmerer in Oberursel. Der gelernte Bankkaufmann löst nun im Landratsamt den Ersten Kreisbeigeordneten Uwe Kraft (CDU) ab, der aus Altersgründen auf eine erneute Kandidatur verzichtet hatte. twe

In Oberursel haben Sie sich vor allem um die Finanzen gekümmert. Als gelernter Bankkaufmann sind Sie noch dazu vom Fach. Wäre das etwas, das Sie sich auch im Kreis vorstellen können?
Mein Herz hängt an den Finanzen, genauso wie auch an der Feuerwehr. Grundsätzlich kann ich mir aber jede Aufgabe vorstellen.

Sie haben vor Ihrer Wahl angekündigt, die Digitalisierung in der Kreisverwaltung vorantreiben zu wollen. Wo sehen Sie besonderen Bedarf?
Im Kreistag hat es immer wieder Stimmen gegeben, die sich mehr Tempo bei der Digitalisierung gewünscht haben. Hinzu kommen gesetzliche Vorgaben. Deswegen möchte ich in den Bereichen, für die ich künftig zuständig sein werde, deutliche Akzente setzen Ein Projekt, das ich mir gut vorstellen könnte, ist die elektronische Bauakte. Das ist ein Standard, der heute von Planern und Architekten gefordert wird. In Oberursel haben wir damit sehr gute Erfahrungen gemacht.

Ihre Amtszeit als Erster Kreisbeigeordneter beginnt erst in einem halben Jahr. Was wollen Sie bis dahin in Oberursel noch erledigen?
Ich will auf alle Fälle den Haushalt für 2020 einbringen und hoffe, dass er von der Stadtverordnetenversammlung noch beschlossen wird. Außerdem möchte ich beim Gefahrenabwehrzentrum, dem Großprojekt der Freiwilligen Feuerwehr, wesentliche Schritte weiter kommen. Da gibt es noch eine ganze Menge zu tun. Aktuell sind wir noch bei der Aufstellung des Bebauungsplans und dem Protokollieren der erforderlichen Grundstücke.

Gibt es schon Kandidaten für den nun frei werdenden Posten des hauptamtlichen Stadtrats?
Nein, gibt es noch nicht. Auch in dieser Frage haben wir in der CDU Oberursel vereinbart, dass wir erst einmal die Wahl abwarten. Ich gehe nicht davon aus, dass vor Ende der Sommerferien eine Entscheidung getroffen wird.

Interview: Torsten Weigelt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare