1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Hochtaunus

Mehr Fahrten am Wochenende

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Olaf Velte

Kommentare

Die Taunusbahn im Bahnhof von Bad Homburg.
Die Taunusbahn im Bahnhof von Bad Homburg. © Michael Schick

Der hessische Landesverband des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) macht eine Podiumsdiskussion zur Zukunft der Taunusbahn. Ihre Bedeutung für die Kommunen im Usinger Land ist unbestritten.

Der hessische Landesverband des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) macht eine Podiumsdiskussion zur Zukunft der Taunusbahn. Ihre Bedeutung für die Kommunen im Usinger Land ist unbestritten.

Die Taunusbahn ist für alle Kommunen im Usinger Land überlebenswichtig“. Wehrheims Bürgermeister Gregor Sommer (CDU) setzte am Mittwochabend im Bürgerhaus der Taunusgemeinde ein Signal, dem jeder auf dem Podium gerne Folge leistete. Im Rahmen der erstmals den Taunus durchquerenden Fahrrad-Demonstration „Tour de Natur“ hatte der hessische Landesverband des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) zu einer Diskussionsrunde in den schwülwarmen Bühnensaal eingeladen.

Als „Höhepunkt in Hessen“ angekündigt, war der Tisch mit Hochtaunus-Landrat Ulrich Krebs (CDU), Bürgermeister Sommer, VCD-Landesvorstand Mathias Biemann und Allianz-pro-Schiene-Vorsitzendem Alexander Kirchner prominent besetzt. Dass sich im Publikum auch der Taunusbahn-Geschäftsführer Arne Behrens befand, erwies sich als Glücksfall. Einigkeit herrschte darüber, dass dem Schienenwesen eine Zukunft zugestanden werden muss. Immerhin benutzen rund 11 000 Menschen Tag für Tag die Verbindung zwischen Brandoberndorf und Bad Homburg – Tendenz steigend. Schon heute, so Sommer, seien die Wagen zur Stoßzeit rappelvoll.

Derzeit laufen Untersuchungen zur geplanten Elektrifizierung der Strecke bis Usingen. Dass sie auch auf der restlichen Trasse realisiert werden kann, ist für Landrat Krebs zur Stunde nicht vorstellbar: „Hier muss man mit Blick auf das Kosten-/Nutzen-Verhältnis realistisch sein“. Natürlich sollten die Fahrgäste jenseits von Usingen nicht abgehängt werden. Was nach Meinung von Allianz-Mann Kirchner aber durchaus vorstellbar ist: „Wenn der Bund bei der Bahn-Regionalisierung einspart, fallen ganze Landstriche aus dem Netz“.

Überhaupt fehle in Deutschland eine Vision, wie es mit dem öffentlichen Nahverkehr weitergehen könnte. „Noch immer wird zu viel in die Straße investiert“. Weil die Modernisierung der ehemaligen T-Bahn nur eine Maßnahme – die auf 15 Millionen Euro veranschlagt ist – unter vielen im Kreis ist, können kurzfristig nur punktuelle Verbesserungen umgesetzt werden. Der Verkehrs-club fordert einen umfassenderen Nachtverkehr im gesamten Rhein-Main-Gebiet. „In anderen Ballungsräumen funktioniert das schon seit langem“, so Mathias Biemann.

Bahn-Geschäftsführer Behrens verspricht zusätzliche Fahrten am Wochenende und abends. So soll es ab Bad Homburg noch eine Taktung nach 22 Uhr geben. „Eine Ausweitung der Randzeiten ist durchaus machbar“, so Krebs, der dem Verkehrsverband Hochtaunus (VHT) vorsteht. Weniger schnell könne jedoch auf die Massenabfertigung in den Morgenstunden, während denen Pendler und Schüler in die Züge drängen, reagiert werden. „Hier können wir keine weiteren Kapazitäten schaffen – die dafür benötigten Wagen stehen einfach nicht zur Verfügung“.

Obwohl ein Zuhörer die Elektrifizierung als „rausgeschmissenes Geld“ bezeichnete und einen Ausbau der Gleisanlagen favorisierte, wird der Verkehrsverband Hochtaunus an den Planungen festhalten. Volkswirtschaftlich gebe es dazu keine Alternative. Behrens: „Die Strecke ist uns lieb und teuer“.

Auch interessant

Kommentare