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Mehr Essen für Arme

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Von: Olaf Velte

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Frisches Gemüse ist immer dabei: Tafel-Helfer in der Bad Homburger Ausgabestelle.
Frisches Gemüse ist immer dabei: Tafel-Helfer in der Bad Homburger Ausgabestelle. © Michael Schick

Der Lions Club und fokus O. unterstützen die Bad Homburger Tafel. 200 ehrenamtliche Helfer unterstützen das Projekt.

Der Lions Club und fokus O. unterstützen die Bad Homburger Tafel. 200 ehrenamtliche Helfer unterstützen das Projekt.

Manchmal darf es auch Kaviar sein. Oder Trüffel. Überraschungen sind in den Ausgabestellen der Bad Homburger Tafel nicht ausgeschlossen. Mittlerweile profitieren knapp 1300 Menschen im Hochtaunuskreis von dem, was Lebensmittelhändler für die gute Sache zur Verfügung stellen.

68 Transporte sind jede Woche notwendig, um die Tafeltische in Bad Homburg, Oberursel, Königstein, Friedrichsdorf und Neu-Anspach zu bestücken. Eine Spende von 10.000 Euro soll die Weiterarbeit unterstützen – vor zwei Tagen zur Verfügung gestellt vom Lions Club Oberursel und fokus O., dem Oberurseler Selbstständigen-Forum. Der stattliche Betrag resultiert aus dem Verkaufserfolg von Adventskalendern und Weihnachtskarten, die von den Lions in Auftrag gegeben und von dem Oberurseler Künstler Peter Rank gestaltet wurden. Für eine gelungene Vermarktung in der Brunnenstadt hatten die Mitglieder des Forums gesorgt.

Die Spende wird Grundstock sein für ein neues Fahrzeug, das im Dienste der Hochtaunus-Tafel rollen soll. Drei Wagen des Diakonischen Werks sind derzeit unterwegs, pendeln zwischen abgabebereiten Märkten und den Ausgabestationen. „Alleine für Benzin brauchen wir rund 14.000 Euro pro Jahr“, sagt Michael Hibler, Leiter der Hochtaunus-Diakonie und Mitglied der Tafel-Steuerungsgruppe. Mittlerweile sei man im Logistik-Bereich an eine Grenze gestoßen.

Immer mehr Halbfertigprodukte

Mehr Aufwand – mehr Bedürftige. „Die Nachfrage“, so Felix Blaser vom evangelischen Dekanat Hochtaunus, „ist in den vergangenen Jahren gewachsen.“ Der Referent für gesellschaftliche Verantwortung verweist auf den jüngst vom Dekanat herausgegebenen „3. Reichtums- und Armutsbericht“. Fast 12.000 Bürger eines der reichsten Landkreise Deutschlands sind heute von Mindestleistungen abhängig – „immerhin fünf Prozent der Kreisbewohner“.

Trotz des gestiegenen Bedarfs kann nur ein Teil der angebotenen Lebensmittel abgeholt werden. Regionale Neueröffnungen von Discountern und Vollsortimentern weiten das Spektrum aus. „Wir bekommen immer mehr Halbfertigprodukte“, so Hibler. Regelmäßig angeboten seien auch Obst, Gemüse, Backwaren. „Wir kaufen jedenfalls nichts zu“ – auch wenn sich selten Nudeln oder Reis in den Körben befinden. Menschen, die das Sortiment nutzen möchten, müssen ihre Einkommensverhältnisse offenlegen. „Wir prüfen das regelmäßig.“

Dass der Betrieb reibungslos läuft, ist das Verdienst von rund 200 ehrenamtlich tätigen Helfern. Weitere an Mitarbeit Interessierte sind in Wartestellung. „Mangel an Tatkraft gibt es nicht“, sagt Koordinator Blaser. Er ist stolz auf das freiwillige Engagement: „Die Tafel wird von der Bürgerschaft getragen.“

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