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Vorbereitung für die Essensausgabe: Ehrenamtliche Helfer der Tafel beim ersten Einsatz in Bommersheim.
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Vorbereitung für die Essensausgabe: Ehrenamtliche Helfer der Tafel beim ersten Einsatz in Bommersheim.

Hochtaunus

Mehr arme Alte im reichen Kreis

Pflegekräfte fehlen und den eigenen Lebensstil können nur wenige bestimmen: Das gesellschaftspolitische Forum der katholischen und evangelischen Kirche diskutiert über das Leben im Alter.

Von Klaus Nissen

Die Homburger Tafel versorgt zurzeit etwa 80 Altersrentner mit Lebensmitteln. Vor zwei Jahren waren es keine 40, berichtete Tafel-Helfer Gerhard Herbert beim gesellschaftspolitischen Forum der katholischen und evangelischen Kirche in der Stadtbibliothek. Die Zahl der armen Alten im reichen Hochtaunus wächst, schließt Herbert daraus. Ob das so stimmt, konnte auch Silke Heil von der Leitstelle für Frauen, Senioren, Behinderte und Krankenhilfe des Kreises nicht aufklären, der Hochtaunuskreis gibt keinen Sozialbericht heraus.

Ob ein würdevolles Leben im Alter auch eine Frage des Geldes sei, war die Frage. Vor dem silberhaarigen Publikum bejahten das alle auf dem Podium. Wobei nur die reichen und die laut Gesellschaftswissenschaftler Walter Hanesch immer weniger werdenden Angehörigen des Mittelstandes ihren Lebensstil im Alter selbst bestimmen können.

Die Pflege macht die größten Sorgen. Es gibt zu wenig Personal für die schlecht bezahlte und schlecht angesehene Altenpflege, klagte Edeltraut Lintelkow von der Caritas-Sozialstation in Oberursel: „Man ist froh um jeden, der sich bewirbt. Stellen sind nicht besetzt.“ Pflegebedürftigkeit trete oft von einem auf den anderen Tag ein. „Es gibt private Pflegedienste, die dann schon mal abwinken.“ Vor allem sehr alte Frauen hätten oft große Probleme, die passende Pflege zu finden, berichtete Andreas Fischbach von der ökumenischen Diakoniestation in Friedrichsdorf. Oft reiche ihre Rente nicht aus.

Doch nur ein Bruchteil der alten Menschen werde überhaupt pflegebedürftig, beruhigte Fachbereichsleiterin Heil. Pro tausend Menschen müsse ein Kreis etwa 2,5 Pflegeplätze bereithalten. Schon deshalb findet sie es nicht bedrohlich, dass im Jahre 2025 etwa 7000 mehr Menschen als heute im Hochtaunus 80 Jahre und älter sein werden. Erst bei den Menschen über 90 Jahre brauche etwa jeder Zweite Hilfe, zum Beispiel beim Einkaufen oder Putzen.

Angesichts der wachsenden Vereinzelung der Menschen werde das ein Problem, die Netzwerke aus Familie und Nachbarschaft bekommen Lücken. Nur teilweise werden diese durch neue Angebote ausgeglichen: Wohnprojekte wie das der Silberdisteln in Kronberg, Dorfgemeinschaften wie das Oberhof-Projekt in Ober-Erlenbach oder die Bürgerselbsthilfe in Friedrichsdorf.

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