Die Skulptur "Spirit & Spirals" steht im Atrium.
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Die Skulptur "Spirit & Spirals" steht im Atrium.

Hochtaunuskliniken Bad Homburg

Medikamente per Rohrpost

  • Torsten Weigelt
    vonTorsten Weigelt
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Das Ärzte- und Dienstleistungszentrum an den Hochtaunuskliniken Bad Homburgist komplett vermietet. Die Apotheke hat eine Rohrpostverbindung.

Andreas Frydrych ist zufrieden. Der Neurochirurg war einer der ersten Mieter im neuen Facharztzentrum an den Hochtaunuskliniken. Schon seit 2015 empfängt er in den Räumen im zweiten Stock seine Patienten. „Da war das hier noch eine Baustelle“, schildert er. Die Operationen nimmt er im nur wenige Meter entfernten Klinikgebäude vor.

Inzwischen hat Investor Albrecht Krebs auch die letzte freie Fläche in dem vierstöckigen Ärztehaus vergeben. Neuroneum, ein Spezialist für neurologische Rehabilitation, hat die 350 Quadratmeter gemietet, um dort Kinder und junge Menschen nach einem Verkehrs- und Sportunfall oder einer Tumoroperation zu therapieren. Anlass für Albrecht Krebs, gestern zur offiziellen Eröffnung des gesamten Facharztzentrums zu laden – inklusive des Segens von Pfarrer Werner Meuer.

„Die Zusammenarbeit funktioniert reibungslos“, lobte Klinik-Geschäftsführerin Julia Hefty. Das Ärztehaus sei „nicht nur eine sinnvolle, sondern auch eine notwendige Ergänzung zur Klinik“. Damit sich die Angebote der Hochtaunuskliniken und der freischaffenden Ärzte nicht ins Gehege kommen, habe man eine entsprechende Vereinbarung getroffen und die Mieter gemeinsam ausgesucht.

Zudem haben sich auch die Hochtaunuskliniken selbst in dem Gebäude eingemietet – im dritten Stockwerk befinden sich die Labore des Bad Homburger Krankenhauses. Darüber hinaus arbeiten die Ärzte im Medizinischen Versorgungszentrum eng mit den Kliniken zusammen und die Apotheke im Erdgeschoss versorgt nicht nur die Laufkundschaft, sondern beliefert auch das gegenüberliegende Klinikgebäude – „mit einer Rohrpostverbindung“, wie Hefty hervorhob.

25 Millionen Euro hat der Hanauer Bauunternehmer Albrecht Krebs in das Arztzentrum investiert. Eine Premiere für den Bauträger, der seit 40 Jahren im Geschäft ist und bislang vor allem Verbrauchermärkte und Bürogebäude gebaut hat. Es sei eine Herausforderung gewesen, die Anforderungen der Ärzte und anderen Mieter zu erfüllen.

Hinzu kam der Brandschutz. Um den Innenhof, der im ersten Stockwerk beginnt, rauchdicht abschließen zu können, habe er zu „einer nicht alltäglichen Konstruktion“ greifen müssen. So öffnen sich die Glasklappen auf dem Dach bei einem Feuer, während sich die Fenster zu den Praxen automatisch schließen.

2013 bekam der Hanauer Unternehmer den Zuschlag für das Projekt. Für das 9500 Quadratmeter große Grundstück schloss er mit der Hochtaunus-Kliniken-Gesellschaft einen Erbbaurechtsvertrag mit 75 Jahren Laufzeit. Direkt am Gebäude stehen 113 oberirdische Parkplätze zur Verfügung. Eine Tiefgarage bietet Platz für weitere 96 Stellplätze. Das Objekt werde langfristig in seinem Eigentum bleiben, versprach Albrecht Krebs.

Landrat Ulrich Krebs (CDU), nicht verwandt oder verschwägert mit dem Investor, betonte, das Ärztehaus sei von Anfang an als „integraler Bestandteil“ des Gesundheitscampus rund um das neue Klinikgebäude geplant gewesen. Ziel sei, dass stationärer und ambulanter Sektor eng zusammenarbeiten. Deshalb sei es gut, dass ein Konkurrenzprojekt, das der Projektentwickler OFB am Bahnhof errichten wollte, zumindest nicht als Ärztehaus zustande gekommen sei. Stattdessen gibt es dort nun Büros.

Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) erinnerte ebenfalls an die entsprechenden „Irrungen und Wirrungen“. Auch aus seiner Sicht gehöre das Facharztzentrum direkt an die Klinik. Es sei ein wichtiger Bestandteil für den Gesundheitsstandort Bad Homburg. Dazu gehöre nicht nur ein klassisches Krankenhaus, sondern ein ganzes Netz an weiteren Anbietern. Das Gebäude biete einen „hervorragenden Mix“ aus Fachärzten, Therapeuten und Dienstleistern. Wichtig sei, dass alle langfristige Mietverträge abgeschlossen haben. Sie laufen zwischen zehn und 25 Jahren. Das gilt auch für Peymaneh Amini, die in ihrer Praxis für Plastische und Ästhetische Chirurgie auch ambulante Operationen durchführt. Dabei gehe es nicht nur um Schönheitsoperationen. „Wir haben auch viele Kassenpatienten“, sagt Praxismanager Pirouz Parnianfar. Für größere Eingriffe, etwa Brust- oder Bauchoperationen, kann aber auch Amini die Möglichkeiten im benachbarten Klinikgebäude nutzen.

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