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Mauern aus Schnee

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Wohin mit dem Schnee? Der Bad Homburger Räumdienst findet eine Lösung, aber keine gute: Er schüttet Einfahrten und Parkplätze zu. Als Ausweg bleiben nur Bus und Bahn.

Von Anton J. Seib

Normalerweise ist der Parkplatz im Hof der FR-Redaktion an der Schönen Aussicht komplett ausgereizt. Sechs Autos haben Platz. Gestern jedoch blieb der Hof leer; eine etwa fünfzig Zentimeter hohe Mauer aus vereistem Schnee türmte sich vor der Einfahrt auf – die Hinterlassenschaft des städtischen Schneepflugs. Wohin mit dem Auto? Die Parkhäuser überlastet, die Parkbuchten mit Schneebergen blockiert. Pech für Langzeitparker, auch ihre Autos hatte der Schneepflug regelrecht eingemauert.

„Die Leute sollten öffentliche Verkehrsmittel benutzen, S-Bahnen und Taunusbahn fahren, auch die Stadtbusse“, rät Magistratssprecher Andreas Möring. Parkplätze frei räumen, das ist momentan das Letzte, an das die Mitarbeiter des städtischen Winterdienstes derzeit denken. Und auch außerhalb der in Schneemassen versinkenden Innenstadt sind keine Flächen freigeräumt, die die Blechkarossen von Pendlern oder Einkaufskunden aufnehmen könnten.

Nach den massiven Schneefällen am Sonntag mit Neuschnee von bis zu 20 Zentimetern gerieten die 45 Männer vom Räumdienst des städtischen Betriebshofs an ihre Kapazitätsgrenzen. Zunächst haben die sieben Großfahrzeuge die Magistrale, also Hessenring, Hindenburgring, Dietigheimer Straße und Friedberger Straße bis hinauf zum Friedhof geräumt. „Als sie oben angekommen waren, war unten schon wieder alles zugeschneit“, beschreibt Möring die Sisyphusarbeit der städtischen Schnee-Männer.

Erst danach waren die vielen Nebenstraßen dran, alle indes hätten nicht geräumt werden können, gibt der Magistratssprecher zu bedenken. „Dann auch noch Parkplätze freischaufeln, das können die Männer vom Betriebshof nicht mehr leisten“, sagt Andreas Möring. Da hilft nur eins: Selbst zur Schaufel greifen und sein eingeschneites Auto oder die blockierten Hauszufahrten freischaufeln.

Ob die eingeschneiten unfreiwilligen Falschparker ohne Knöllchen davon kommen, wollte Möring gestern nicht bestätigen. Eine generelle vorübergehende Amnestie gebe es nicht. Auch bei diesem Wetter müssten die Autofahrer dafür sorgen, das sie ordnungsgemäß parken.

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