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Ein Marktplatz für die Patienten

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Das Stationsbad des neuen Haus Feldberg sorgt durch wechselnde Farben der Deckenbeleuchtung für Entspannung.
Das Stationsbad des neuen Haus Feldberg sorgt durch wechselnde Farben der Deckenbeleuchtung für Entspannung. © Martin Weis

Der Psychotherapie-Neubau der Hohe Mark-Klinik in Oberursel ist in zwei Wochen bezugsfertig. 72 Betten werden dort auf drei Stationen für Psychotherapie und Psychiatrie verteilt sein.

Von Julia Radgen

Grasgrüne Vorhänge, braune Wände und Polstermöbel. Hell und modern zeigt sich die Gemeinschaftsecke im neuen „Haus Feldberg“ der Klinik Hohe Mark in Oberursel. „Das ist unser Marktplatz“, sagt Martin Grabe, Chefarzt der Abteilung Psychotherapie der Klinik.

„Die drei alten Stationen waren längst nicht mehr auf heutigem Klinikniveau“, sagt Grabe. 72 Betten sind auf die drei Stationen für Psychotherapie und Psychiatrie verteilt. Dazu kommen pro Etage ein Aufenthaltsraum, ein Tagesraum, sowie ein Speiseraum und eine Patientenküche. In zwei Wochen können die Bewohner einziehen.

Bei der Planung wurde auf die Bedürfnisse der Patienten und des Pflegepersonals Rücksicht genommen und viel verbessert. „Wir konnten von unseren bisherigen Erfahrungen profitieren“, sagt Grabe. So wurden im alten Gebäude Gruppenräume seltener von den Bewohnern benutzt als die kleine Gemeinschaftsecke. Der Marktplatz wurde deshalb ins Zentrum des neuen Gebäudeflügels gelegt und flächenmäßig vergrößert. „Die Menschen möchten da sitzen, wo sich etwas tut“, sagt Grabe.

In den Ein- und Zweitbettzimmern wird aber Wert auf Ruhe und Privatsphäre der Patienten gelegt. Im Haus Feldberg werden Patienten behandelt, die unter Depressionen, Angst- und Persönlichkeitsstörungen und Zwangskrankheiten leiden. Auch bei einer akuten Krise oder einem Burn Out kann man sich in Oberursel behandeln lassen. Bis zu sieben Wochen dauert der Aufenthalt in der Klinik.

Zimmer spiegeln die Landschaft wider

Die Zimmer sollten daher funktional, aber wohnlich sein, erläutert Architektin Susanne Witan-Ruß. „Wohlfühlen ist bei diesen Räumen besonders wichtig.“ Entspannung und Ruhe sollen die schallisolierten Zimmer vermitteln. Sie sind im Gegensatz zu ihren Vorgängern mit eigenen sanitären Anlagen und Fußbodenheizung ausgestattet.

Die Einrichtung ist modern, Formen und Farben sind an die Natur vor dem Fenster angelehnt. „Wir wollten die Parklandschaft draußen in die Architektur miteinbinden“, sagt Witan-Ruß. Die Kanten der Möbel sind abgerundet, die Einrichtungsgegenstände organisch geformt. Die Wände sind in Naturtönen wie Grün und Braun gehalten. „Ich glaube, das wird den Patienten gefallen“, sagt Witan-Ruß.

Im anliegenden Therapieflügel sind die Farben an Wänden und Boden kräftiger. Hier finden psychotherapeutische Gespräche statt. Bei der Planung der neuen Räume wurde auch aufs Pflegepersonal Rücksicht genommen, das in die Gespräche mit Architekten und Klinikleitung eingebunden war.

„Der Clou ist der Stationsstützpunkt“, sagt Witan-Ruß. Der Sitz des Pflegepersonals liegt zentral zwischen Patienten- und Therapieflügel. Dort gibt es ein neues größeres Besprechungszimmer und einen Raum zur medizinischen Versorgung.

Im zweiten Bauabschnitt sollen der Bau erweitert und die Stützpunkte der Stationen aneinander gekoppelt werden. Vorerst konzentrieren sich die Bauarbeiten aber noch auf die futuristisch anmutende Fassade und die Außenanlage – damit die Zimmer ihre volle Wirkung entfalten können.

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