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Die Marienkirche wird saniert.
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Die Marienkirche wird saniert.

Bad Homburg

St. Marien braucht viel Geld

Die 1895 geweihte Marienkirche an der Dorotheenstraße muss mit einem Aufwand von beinahe vier Millionen Euro saniert werden.

Von Klaus Nissen

Die 1895 geweihte Marienkirche an der Dorotheenstraße muss mit einem Aufwand von beinahe vier Millionen Euro saniert werden.

Gottes Haus auf Erden wird marode – wenn der Mensch nicht bald zur Reparatur schreitet. Nur eine halbe Million für die jetzt beginnende Turmsanierung ist gesichert. Der Förderverein ruft nun zu Spenden auf – auch Nicht-Katholiken, denen St. Marien als Bestandteil Bad Homburgs oder auch nur als Spielstätte für das Fugato-Orgelfestival lieb und wert ist. Ab 200 Euro Spendengeld gibt es eine Urkunde zum Dank, ab 1000 Euro eine Stiftertafel im Kirchenraum.

Eine lange Schadensliste legte Architektin Ricarda Schulze Dieckhoff am Montagmorgen vor: Algen siedeln auf der Wetterseite. Am 63 Meter hohen Turm sind Wandfugen aufgeplatzt – Wasser dringt ein und sprengt bei Frost den Tuffstein.

„Vielleicht müssen wir sogar Steine austauschen“, befürchtet der Verwaltungsratsvorsitzende der Kirchengemeinde, Albert Lederer. Am kupfernen Turmhelm sind Lötstellen aufgerissen. Dadurch sickert wahrscheinlich Regenwasser ins Gebälk.

Das auf einer metallenen Weltkugel stehende Turmkreuz wurde schon im vorigen Sommer abgenommen, weil es abzustürzen drohte. Saniert kommt es voraussichtlich im Juli wieder auf den Turm. Das will die Gemeinde mit einem Kreuz-Aufrichtungsfest feiern, bei dem eifrig weitere Spenden eingeworben werden sollen.

Seit wenigen Tagen ist der Kirchturm eingerüstet. Bis in den Oktober werden Handwerker in luftiger Höhe auch die Zeiger der Kirchturmuhr erneuern und die Asbest-Schallläden an der Glockenstube durch hölzerne Auslässe ersetzen, die den Schall der Glocken weiter als bisher über die Stadt tragen. Danach wird das Gerüst abgebaut. Anschließend setzt die Stadt die eigens für die Turmsanierung gestoppte Erneuerung der Dorotheenstraße fort, so der frühere Oberbürgermeister und Fördervereins-Vorsitzende Reinhard Wolters. Auf Kosten der Stadt wird auch der Kirchenvorplatz erneuert – als Dank, dass er als Baustofflager für die Straßenbauer genutzt werden konnte.

In die Turmsanierung investiert das Land Hessen und das Bistum Limburg 450000 Euro. Die 7500-köpfige Mariengemeinde muss 50000 Euro aufbringen. Weitere 1,35 Millionen beantragte die Gemeinde beim Limburger Bischof für die Außensanierung des Kirchenschiffs und des Kupferdaches. Lederer hofft, dass diese Arbeiten 2013 beginnen können. 40 Jahre nach der letzten Renovierung soll für weitere 1,5 Millionen das Innere der Kirche erneuert werden: die Elektrik, der Putz, der Stuck, die Gemälde und Altäre. „Dafür gibt Limburg in der Regel nichts“, befürchtet Lederer. Voraussichtlich gegen Ende des Jahrzehnts ist dann eine Viertelmillion Euro für die Sanierung der 1906 erbauten Klais-Orgel fällig. Lederer: „Sie funktioniert noch – aber sie wird nicht besser.“

Der ganze Aufwand lohnt laut Pfarrer Werner Meuer schon deshalb, weil die Marienkirche 2012 zur Mutterkirche des neuen pastoralen Raums Bad Homburg-Friedrichsdorf mit rund 17500 Katholiken wird.

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